23 March 2026, 20:21

250 Frauen fordern radikale Reformen gegen männliche Gewalt in Deutschland

Frauen in grünen T-Shirts bei einer Demonstration, die weiße Schilder in den Händen halten, mit vielen anderen Mädchen im Hintergrund.

250 Frauen fordern radikale Reformen gegen männliche Gewalt in Deutschland

Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt in Deutschland vorgestellt. Die Gruppe, zu der Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente gehören, fordert weitreichende Rechtsreformen, um Frauen besser vor Missbrauch und Ausbeutung zu schützen.

Zu den zentralen Forderungen zählt die Einführung eines "Ja-heißt-Ja"-Modells im Sexualstrafrecht, das sicherstellen soll, dass sexuelle Handlungen nur mit ausdrücklicher Zustimmung stattfinden. Zudem soll Femizid als eigenständiges Straftatbestand anerkannt werden – die Frauen argumentieren, dass geschlechtsspezifische Tötungen im deutschen Recht gesondert behandelt werden müssen.

Ein weiterer zentraler Vorschlag ist die Strafbarkeit nicht konsensualer, sexualisierter Deepfake-Inhalte, die nach Ansicht der Initiative Frauen durch KI-generierte Fälschungen ausbeuten. Zudem fordern sie ein Verbot von "Nacktbild-Apps", die mithilfe künstlicher Intelligenz Personen auf Fotos ohne deren Einwilligung digital entkleiden.

Die Frauen verlangen außerdem ein digitales Schutzgesetz, das sicherstellt, dass schädliche Online-Inhalte schnell gelöscht und Täter identifiziert werden. Zu den Unterzeichnerinnen gehören bekannte Persönlichkeiten wie SPD-Chefin Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner, Komikerin Carolin Kebekus, Schauspielerin Veronica Ferres, Musikerin Nina Chuba und Klimaaktivistin Luisa Neubauer.

Die Bundesregierung hat mit einem Gesetzentwurf auf einige der Kritikpunkte reagiert, darunter Maßnahmen gegen digitale Gewalt. Eine eigenständige Strafnorm für Femizid ist darin jedoch nicht vorgesehen. Gleichzeitig drängen Politiker von SPD und Union auf eine Reform des Mordparagraphen, um geschlechtsspezifische Tötungen von Frauen explizit zu erfassen.

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Die Vorschläge des Bündnisses zielen darauf ab, rechtliche Lücken beim Schutz von Frauen vor physischer und digitaler Gewalt zu schließen. Zwar hat die Regierung einige Forderungen anerkannt, doch bleibt umstritten, ob die geplanten Reformen ausreichen, um strukturelle Probleme zu lösen. Der Druck auf strengere Gesetze spiegelt die wachsende Forderung wider, Deutschlands Umgang mit geschlechtsspezifischer Kriminalität zu modernisieren.

Quelle