26 February 2026, 22:07

4.800 Euro brutto netto: Warum ein Editor-Gehalt die Streaming-Welt spaltet

Ein Plakat mit fetter, schwarzer Schrift, die 'Es ist Zeit, Social-Media-Plattformen zur Rechenschaft zu ziehen' in der Mitte eines weißen Hintergrunds zeigt, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand.

4.800 Euro brutto netto: Warum ein Editor-Gehalt die Streaming-Welt spaltet

Eine hitzige Debatte über faire Bezahlung für Videobearbeiter hat die deutsche Streaming-Community aufgewühlt. Ausgelöst wurde die Diskussion, als der bekannte Twitch-Streamer GTime bekannt gab, dass sein Editor Enno monatlich 4.800 Euro brutto netto verdient – zuzüglich der Hälfte der Einnahmen des YouTube-Kanals. Kritiker, darunter der Streamer gTasty, stellen infrage, ob diese Vergütung gerechtfertigt ist.

Der Streit begann, als GTime Ennos Gehalt verteidigte und dabei dessen Leidenschaft und langjährige Treue betonte. Zudem verwahrte er sich dagegen, Menschen als bloße "Ressourcen" zu betrachten – eine direkte Antwort auf gTastys Kritik. Dank seiner eigenen finanziellen Erfolge, die durch steigende Twitch-Einnahmen begünstigt werden, kann sich GTime faire Löhne für sein Team, einschließlich Enno, leisten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Gehaltsstreitigkeiten die Community spalten. Bereits zuvor hatten Trymacs und Max Schradin eine Gehaltsobergrenze für Editoren gefordert, wobei Trymacs sich später für seine Äußerungen entschuldigte. Der Streamer Papaplatte hingegen geriet in die Kritik, weil er seinen Editor unterbezahlte, räumte den Fehler schließlich ein und versöhnte sich mit ihm.

Laut Branchenstandards liegen die Gehälter von Videobearbeitern in Deutschland in der Regel zwischen 3.500 und 5.833 Euro brutto netto im Monat. GTimes Modell hebt sich jedoch ab, da Enno zusätzlich am YouTube-Umsatz beteiligt wird. Da es keine klaren Richtlinien gibt, bleibt die Debatte über faire Bezahlung aktuell – viele fragen sich, was angemessene Vergütung eigentlich bedeutet.

GTimes Vorgehen unterstreicht die wachsenden Spannungen um Editorenlöhne in der deutschen Streaming-Szene. Sein Ansatz, der ein Festgehalt mit Umsatzbeteiligung verbindet, weicht von herkömmlichen Modellen ab. Mit seiner steigenden Popularität wird die Diskussion über faire Löhne für die oft unsichtbaren Kräfte hinter den Kulissen voraussichtlich weitergehen.

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