Abgesackte Häuser am Tagebau Garzweiler: Wer zahlt für die langfristigen Bergbauschäden?
Marie KrügerAbgesackte Häuser am Tagebau Garzweiler: Wer zahlt für die langfristigen Bergbauschäden?
Häuser in der Nähe des RWE-Tagebaus Garzweiler sacken ab, da der Grundwasserspiegel durch den Braunkohleabbau sinkt. Lokale Verantwortliche, darunter der Bedburger Bürgermeister, fordern nun klarere Regelungen zur Bewältigung der langfristigen Schäden, die durch den Betrieb der Grube entstehen. Anwohner wie Richard Berrendorf spüren bereits die Folgen der schwankenden Wasserstände – ihre Immobilien sind betroffen.
Im Tagebau Garzweiler wird Braunkohle durch das Absenken des Grundwassers gefördert, was in benachbarten Orten wie Bedburg zu Bodensenkungen führt. Bürgermeister Sascha Solbach pocht darauf, im neuen Braunkohleplan strengere Vorgaben für den künftigen Umgang mit dem Grundwasser festzuschreiben. Ohne klare Richtlinien bleibt ungewiss, was passiert, wenn der Abbau endet und die Pumpen abgeschaltet werden.
Derzeit liegt der Grundwasserspiegel weit unter dem ursprünglichen Niveau vor Beginn des Bergbaus. Zwar gehen Experten davon aus, dass er bis Ende des Jahrhunderts wieder ansteigen könnte – doch das birgt neue Risiken für Häuser, die nicht für steigende Wasserstände ausgelegt sind. Einige Gebäude, wie das von Richard Berrendorf, weisen bereits jetzt Risse und strukturelle Schäden durch die Bodenveränderungen auf. Die Kommunen vor Ort schlagen vor, eine Stiftung einzurichten, um die laufenden Kosten für bergbaubedingte Schäden zu tragen. RWE erklärte sich bereit, über dauerhafte Finanzierungen zu verhandeln – allerdings erst, wenn die Politik offizielle Gespräche aufnimmt.
Die langfristigen Auswirkungen des Braunkohleabbaus auf das Grundwasser sind noch immer ungeklärt. Hausbesitzer und lokale Behörden blicken besorgt in die Zukunft, da unklar ist, welche Risiken auf sie zukommen. Ohne einen konkreten Plan könnten die betroffenen Gemeinden auch dann noch mit strukturellen und finanziellen Problemen kämpfen, wenn sich der Wasserstand irgendwann normalisiert. Die geplante Stiftung und die anstehenden Verhandlungen könnten entscheiden, wie diese Lasten in den kommenden Jahren verteilt werden.
