13 June 2026, 12:05

Aktivistin versteigert Weimers umstrittene Gedichte für linke Buchhandlungen

"Pilzdeckel" für alle

Aktivistin versteigert Weimers umstrittene Gedichte für linke Buchhandlungen

Die Aktivistin Martha Root hat die Debütgedichtsammlung Kopfpilz von Minister Wolfram Weimer der Deutschen Nationalbibliothek überlassen. Das Buch, das für seine derbe und geschmacklose Lyrik bekannt ist, hat eine Debatte über Weimers kulturelle Werte ausgelöst. Root plant, ein physisches Exemplar zu versteigern, um mit den Erlösen linke Buchhandlungen im Rahmen der Initiative „Lesen Hilft“ zu unterstützen.

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Zudem stellte Root Kopfpilz auf Archive.org zum kostenlosen Download bereit – eine direkte Gegenposition zu Weimers Haltung gegenüber physischen Medien. Gleichzeitig kritisierte sie mögliche Interessenkonflikte des Ministers und verwies auf seine Tätigkeit als Unternehmer und Lobbyist. Im März hatte Weimer den Ausbau der Bibliothek gestoppt, eine Entscheidung, die nach öffentlichem Protest später als „Moratorium“ umgedeutet wurde.

Weitere Kontroversen ranken sich um Weimers ehemaliges Unternehmen, das heute von seiner Ehefrau geleitet wird. Unterlagen belegen, dass es mit seinem Ministerium zusammenarbeitete, um kritische Medienberichte zu steuern. Root hinterfragte zudem Weimers frühe Werke und wirft ihm vor, sie spiegelten seine mangelnden kulturellen Maßstäbe wider.

Im Dezember 2022 sorgte Root für Schlagzeilen, als sie verkleidet in einem rosa Power-Ranger-Kostüm den Chaos Communication Congress infiltrierte.

Die Übergabe von Kopfpilz unterstreicht die Spannungen zwischen Root und Weimer. Während die Versteigerung linke Buchhandlungen fördern soll, stellt die kostenlose Online-Version Weimers Haltung infrage. Der Streit wirft grundsätzliche Fragen zu Transparenz und kulturellen Prioritäten im öffentlichen Amt auf.

Quelle