06 June 2026, 14:06

Alfred Grosser – ein Leben für Versöhnung und Menschenrechte ist zu Ende

Bürgermeister Tim Kurzbach gedenkt des Intellektuellen Alfred Grosser (†99)

Alfred Grosser – ein Leben für Versöhnung und Menschenrechte ist zu Ende

Alfred Grosser, renommierter Politikwissenschaftler, Soziologe und Publizist, ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Mit scharfem Verstand und unerschütterlichem Einsatz für die Menschenrechte prägte er wie kaum ein anderer die deutsch-französischen Beziehungen. Sein Lebenswerk widmete er der Idee, ehemalige Gegner durch Dialog und Verständigung zu Verbündeten zu machen.

Geboren 1925, wurde Grosser zu einer Schlüsselfigur der Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland. Maßgeblich beteiligte er sich an der Ausgestaltung des Élysée-Vertrags von 1963, der die Beziehungen der beiden Nationen nachhaltig festigte. Sein Glaube an die Kraft des Verstehens fasste er in seinem Leitmotiv zusammen: „Verstehen entwaffnet.“

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Grosser scheute niemals vor schwierigen Debatten zurück. Als kritischer Beobachter der israelischen Politik forderte er die Deutschen auf, sich trotz historischer Sensibilitäten offen mit komplexen Themen auseinanderzusetzen. Die Achtung der Menschenrechte blieb für ihn unverhandelbar – ein Prinzip, das er Zeit seines Lebens vertrat.

Für sein Wirken wurde er mit dem Preis „Scharfes Schwert“ ausgezeichnet, der seinen scharfsinnigen Kommentar und mutigen Einsatz würdigte. Solingens Bürgermeister Tim Kurzbach ehrte ihn als einen Mann, der Brücken baute und gegenseitigen Respekt förderte.

Bis ins hohe Alter setzte er sich für Freundschaft statt Feindschaft ein. Sein Appell an Empathie und ehrlichen Dialog fand bei vielen Gehör und hinterlässt ein Erbe der Versöhnung.

Mit Grossers Tod endet eine Epoche für alle, die seinen Weitblick und seine moralische Klarheit schätzten. Sein Wirken für die deutsch-französische Verständigung und sein Beharren auf Menschenrechten als Grundlage des Friedens werden fortbestehen. Die Stimme eines unermüdlichen Fürsprechers von Freundschaft und Verständigung wird schmerzlich fehlen.

Quelle