30 March 2026, 16:14

Anna Netrebkos triumphale Rückkehr an die Berliner Staatsoper löst Jubel und Proteste aus

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Anna Netrebkos triumphale Rückkehr an die Berliner Staatsoper löst Jubel und Proteste aus

Die Sopranistin Anna Netrebko kehrte diese Woche an die Berliner Staatsoper zurück – mit einer mit großer Spannung erwarteten Aufführung von Un ballo in maschera. Die Premiere markierte ihren ersten Auftritt am Haus seit 2023, nachdem jahrelang über ihre angeblichen Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin diskutiert worden war. Während das Publikum sie mit begeistertem Applaus begrüßte, äußerten Demonstranten vor dem Opernhaus vehementen Protest.

Die Berliner Staatsoper zeigte Giuseppe Verdis Un ballo in maschera im Rahmen ihres Weihnachtsprogramms, mit Netrebko in der Hauptrolle der Amelia. Die fast dreistündige Produktion erhielt lang anhaltenden Beifall für Orchester und Ensemble alike. Im Inneren des Theaters herrschte eine festliche Stimmung, viele Fans begrüßten die Rückkehr der Sopranistin.

Vor der Vorstellung versammelten sich etwa 50 Demonstranten vor dem Gebäude, schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Der Protest unterstrich die anhaltenden Kontroversen um Netrebkos frühere Verbindungen, darunter eine Geburtstagsfeier für Putin 2016 im Kreml.

Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, war in Berlin bereits mehrfach aufgetreten. Ihr Rückzug 2023 fiel jedoch mit wachsender Kritik an ihrer politischen Haltung zusammen. Seither habe sie sich öffentlich von Russland distanziert und den Krieg gegen die Ukraine verurteilt, wie ihre Vertreter betonen. Intendantin Elisabeth Sobotka bestätigte, dass Netrebko seit diesen Stellungnahmen nicht mehr nach Russland zurückgekehrt sei.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die deutsche öffentliche Meinung von einer grundsätzlichen Ablehnung zu einer vorsichtigen Akzeptanz gewandelt. Zur Spielzeit 2025–2026 war sie bereits an großen Häusern wie der Hamburger und der Wiener Staatsoper wiederaufgetreten. Die Kritik bleibt gespalten: Einige, wie die Zeit, feierten ihre stimmliche Rückkehr als Triumph der künstlerischen Freiheit, während andere, etwa die FAZ, auf anhaltende Spannungen hinwiesen.

Netrebkos Auftritt in Berlin deutet auf eine schrittweise Rehabilitation in der deutschen Kulturszene hin. Trotz der Proteste spiegelt ihre Rückkehr auf die Bühne den Wandel in der Haltung gegenüber Künstlern mit komplexen politischen Hintergründen wider. Die Debatte, wie künstlerische Leistung und politische Verantwortung in Einklang zu bringen sind, wird sie wohl auch bei ihren kommenden Auftritten in anderen europäischen Städten begleiten.

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