20 April 2026, 14:15

ARD hält an Druckfrisch fest – trotz Sexismus-Vorwürfen gegen Denis Scheck

Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines Mannes in einem Anzug, der in einem Stuhl sitzt und eine Frau neben ihm steht, der Text auf der Seite lautet "Die Macht der öffentlichen Meinung."

ARD hält an Druckfrisch fest – trotz Sexismus-Vorwürfen gegen Denis Scheck

Der deutsche Sender ARD hält an seiner Literatursendung Druckfrisch fest, nachdem gegen den Moderator Denis Scheck Vorwürfe wegen Sexismus erhoben wurden. Die Debatte entbrannte, als Autorinnen seine scharfe Kritikmethode anprangerten, zu der auch gehört, missliebige Bücher theatralisch in den Mülleimer zu werfen. ARD betont, dass das Geschlecht bei literarischen Bewertungen keine Rolle spiele.

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Auslöser der Kontroverse war, dass Scheck in seinen Rezensionen Werke von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy abwertend besprach. Passmann bezeichnete seine Kritik an ihrem Buch als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Von Kürthy reagierte später in einem Essay für die Zeit und thematisierte, wie Scheck ihre Texte herabgewürdigt habe.

Auch Elke Heidenreich meldete sich zu Wort und kritisierte Schecks Vorgehen sowie die Rolle des ARD, das dies zulasse. In der Zeit argumentierte sie, das Format der Sendung fördere Respektlosigkeit gegenüber Autor:innen. Scheck verteidigte sich damit, Bücher ausschließlich nach ihrem Inhalt zu beurteilen – nicht nach ihren Verfasser:innen oder Leser:innen.

ARD prüfte die jüngste Folge von Druckfrisch und stellte fest, dass Scheck tatsächlich mehr Bücher von Frauen gelobt als kritisiert hatte. Der Sender betonte, dass Frauenfeindlichkeit in der Sendung keinen Platz habe, und würdigte zugleich die bedeutenden Leistungen von Schriftstellerinnen in der Literatur.

Der Streit hat Druckfrisch in die Kritik gerückt, doch ARD bekräftigt sein Bekenntnis zu fairer Literaturkritik. Der Sender hält daran fest, dass Schecks Rezensionen inhaltlich begründet seien und nicht vom Geschlecht abhängen. Die beteiligten Autorinnen hingegen bleiben bei ihrer Kritik an dem, was sie als herablassende und ungerechte Behandlung ihrer Werke empfinden.

Quelle