09 March 2026, 22:08

Artenschutz in Gefahr: Wie Amprion-Baustelle bedrohte Kröten und Amphibien ignoriert

Ein Schild an einem Kettenzaun trägt die Aufschrift "Keine Tiere erlaubt" und ist von grünem Gras, Pflanzen und Bäumen umgeben, mit einer Wand im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.

Artenschutz in Gefahr: Wie Amprion-Baustelle bedrohte Kröten und Amphibien ignoriert

Die Aktionsgruppe Meerbusch für Tierrechte und Naturschutz hat schwere Vorwürfe gegen die Baumaßnahmen des Übertragungsnetzbetreibers Amprion im Meerbuscher Ortsteil Osterath erhoben. Seit 2023 dokumentiert die Gruppe wiederholt Versäumnisse beim Schutz der heimischen Tierwelt – darunter Lücken in Schutzzaunen und Verzögerungen beim Bau dringend benötigter Barrieren. Ihre Erkenntnisse deuten auf anhaltende Gefahren für bedrohte Arten wie die Kreuzkröte und den Kammmolch hin.

Die Initiative beobachtet die Amprion-Baustelle für den geplanten Stromrichter seit 2023. Dabei stellte sie fest, dass ein Amphibien- und Reptilienschutzzaun, der eigentlich Tiere vor den Bauarbeiten schützen sollte, mangelhaft errichtet wurde. Zwischen Ende Juni 2023 und spätem November 2025 blieben Lücken bestehen, die den Tieren keinen ausreichenden Schutz boten. Amprion hatte zwar behauptet, der Zaun sei bis zum 31. März 2023 fertiggestellt worden – die Aufzeichnungen der Aktivisten widerlegen dies jedoch.

Zudem blieben Zugangstore zum Gelände wiederholt über Nacht offen, sodass Amphibien in gefährliche Bereiche gelangen konnten. Trotz dieser Mängel genehmigte die Untere Naturschutzbehörde (UNB) das Projekt auf Grundlage eines ökologischen Begleitplans – doch sieben von acht Seiten dieses Dokuments waren geschwärzt, einschließlich sämtlicher Fotos.

Die Aktionsgruppe hat sowohl bei Amprion als auch bei der UNB mehrfach nach Antworten gesucht, erhielt jedoch keine zufriedenstellenden Stellungnahmen. Zwar wurden in der Nähe der Baustelle drei temporäre Laichgewässer für den Kammmolch angelegt – zwei im Jahr 2023 und eines 2024 –, doch für die Kreuzkröte entstanden keine neuen Laichplätze. Die Behörden bestätigten zudem, dass keine weiteren Maßnahmen zur Renaturierung des zerstörten Lebensraums der Kröte geplant sind.

Angesichts der Untätigkeit hat die Gruppe nun eine Fachanwältin für Umweltrecht beauftragt. Geplant ist eine formelle Beschwerde gegen Amprion bei der UNB wegen Verstößen gegen das Artenschutzrecht.

Die Kreuzkröte, eine der am stärksten gefährdeten Amphibienarten Mitteleuropas, bleibt durch die ungelösten Probleme weiter bedroht. Da weder neue Laichgewässer geschaffen wurden noch Renaturierungsmaßnahmen anstehen, stellt die geplante Klage einen entscheidenden Schritt dar, um mehr Verantwortung einzufordern. Die Erkenntnisse der Gruppe zeigen einmal mehr, wie lückenhaft der Artenschutz bei Großbaustellen oft noch ist.

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