Bayerns Politiker nutzen Fastnacht für politische Statements in Veitshöchheim
Lara MeyerBayerns Politiker nutzen Fastnacht für politische Statements in Veitshöchheim
Politiker tauschten Anzüge gegen Kostüme: Beim diesjährigen Fastnacht-in-Franken-Ball in Veitshöchheim setzten sie mit mutigen Outfits politische Botschaften und spielerische Spitzen.
Die Veranstaltung bot nicht nur karnevalistische Unterhaltung, sondern diente Bayerns Spitzenpolitikern auch als Bühne, um mit ihren Verkleidungen auf Anliegen – und Spannungen – jenseits des Festtrubels aufmerksam zu machen.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erschien als Braveheart – mit Kriegsbemalung und Kilt. Kein Zufall: Er zog Parallelen zwischen dem schottischen Freiheitskampf aus dem Film und Bayerns Widerstand gegen Entscheidungen aus Berlin. Die Kostümwahl unterstrich damit die anhaltenden Reibereien zwischen Landes- und Bundespolitik.
Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, schlüpfte in die Rolle einer Suffragette mit einem Band, auf dem Wahlrecht für Frauen stand. Ihr Auftritt warb für die Kampagne Bavaria ruft, die mehr Frauen für die Politik gewinnen will. Eine klare Aussage – wenn auch losgelöst von Söders politischer Symbolik.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär setzte auf einen anderen Akzent: Mit türkisfarbenen Lidern und einem Fischernetz-Schleier lenkte sie den Fokus auf die Meeresforschung. Ihr Kostüm fiel auf, blieb aber sachlich – ganz ohne politische Untertöne.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hingegen setzte auf Humor und kam als Lucky Luke – mit der typischen Tolle und einer Banane im Holster. Anders als bei seinen Kollegen transportierte seine Verkleidung keine offensichtliche Botschaft.
Hinter den Kulissen sorgte Profi-Unterstützung für Söders Braveheart-Look: Dirk Hirsch, Leiter der Kostümabteilung des Staatstheaters Nürnberg, zeichnete für das Make-up des Ministerpräsidenten verantwortlich.
Der Ball vereinte Unterhaltung mit pointierten politischen Signalen. Söders Braveheart festigte das Bild vom widerständigen Bayern, während Aigners Suffragetten-Auftritt für mehr Gleichberechtigung in der Politik warb. Andere Kostüme wie Bärs marineinspiriertes Outfit hielten indes die Fachdebatte im Blick – ein Beweis, dass selbst der Karneval reale gesellschaftliche Themen spiegelt.
