Bergisch Gladbach droht Betreuungsnotstand: 100 Kita-Plätze fehlen für Kinder
Lara MeyerBergisch Gladbach droht Betreuungsnotstand: 100 Kita-Plätze fehlen für Kinder
Bergisch Gladbach steuert auf eine verschärfte Kinderbetreuungskrise zu, da geplante Ausbaumaßnahmen hinter dem Zeitplan zurückbleiben. Trotz sinkender Geburtenraten fehlen in der Stadt weiterhin ausreichend Kita-Plätze für Kleinkinder. Die Verwaltung warnt nun vor Klagen von Eltern, die für ihre Kinder keine Betreuungsplätze erhalten.
Ursprünglich waren für das Kindergartenjahr 2025/26 378 zusätzliche Plätze für unter Dreijährige vorgesehen. Doch Verzögerungen bei Bauvorhaben und Sanierungen haben die Kapazitäten reduziert: Aktuell stehen 4.221 Plätze zur Verfügung – 45 weniger als im Vorjahresplan. Besonders prekär ist die Situation in der U3-Betreuung: Hier fehlen 100 Plätze für Kinder über drei Jahren sowie weitere 116 für unter Zweijährige.
Vier Not-Kitas sollten eigentlich Entlastung bringen, doch keine davon wurde rechtzeitig eröffnet. Die am weitesten fortgeschrittene Einrichtung in der Schulstraße im Stadtteil Sand soll nun erst im September starten – eineinhalb Jahre später als geplant. Andere Ausbauprojekte stocken, sodass die Stadtverwaltung neue Vorhaben vorerst stoppte und sich auf die Fertigstellung von drei bestehenden Projekten konzentriert.
Die Lage spitzte sich weiter zu, als einige Kitas ihre Aufnahmezahlen reduzierten, um die pädagogische Qualität zu verbessern. Da zudem Fachkräfte fehlen, rechnet die Verwaltung mit Klagen von Familien, deren Kinder keinen Platz erhalten. Zwar dämpft der Geburtenrückgang die Nachfrage leicht, doch die Lücke zwischen Angebot und Bedarf bleibt kritisch.
Die Stadt wird nun prioritär die drei verzögerten Kita-Projekte fertigstellen und weitere Ausbauten vorerst aussetzen. Sollten Kinder weiterhin ohne Betreuung bleiben, könnten Eltern rechtliche Schritte einleiten. Bis auf Weiteres arbeitet das Bergisch Gladbacher Betreuungssystem damit unter den erforderlichen Standards.
