Bergisch Gladbach kämpft mit 50 Millionen Euro Haushaltsloch – Steuererhöhungen im Gespräch
Leon KrausBergisch Gladbach kämpft mit 50 Millionen Euro Haushaltsloch – Steuererhöhungen im Gespräch
Bergisch Gladbach steht vor einem jährlichen Haushaltsdefizit von rund 50 Millionen Euro. Bei einem Workshop der BürgerAkademie erläuterte Stadtkämmerer Thore Eggert kürzlich die finanziellen Herausforderungen. Das 500 Seiten starke Dokument skizziert Ausgabenpläne, die viele Bürger nur schwer nachvollziehen können.
Nun muss die Stadt entscheiden, wie sie steigende Kosten decken kann, ohne dabei grundlegende Leistungen zu kürzen.
Eggert, Mitglied der FDP, betonte, dass er in seiner Funktion als Kämmerer die Stadtverwaltung vertrete – und keine Partei. Der Großteil der kommunalen Ausgaben sei fest verplant, sodass kaum Spielraum für Einsparungen bleibe. Hauptkostentreiber seien soziale Leistungen sowie höhere Personalkosten durch Tariferhöhungen.
Für Investitionen im Jahr 2026 sind 126 Millionen Euro vorgesehen, unter anderem für Schulen, Straßen und die Umgestaltung des Industriegeländes Zanders. Um die Haushaltslücke zu schließen, schlug Eggert eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern vor, was jährlich zusätzliche Einnahmen von etwa vier Millionen Euro bringen könnte.
Normalerweise beschließt der Stadtrat den Haushaltsplan noch vor Jahresende. Doch in diesem Jahr verzögern sich die Beratungen wegen der Kommunalwahlen. Im Workshop wurde auch diskutiert, welche Ausgaben unvermeidbar sind und wo möglicherweise Einsparungen möglich wären.
Bergisch Gladbachs Finanzplan bleibt vorerst in der Schwebe, während die Verantwortlichen über Steuererhöhungen und Prioritäten bei den Ausgaben entscheiden. Die Stadt muss notwendige Investitionen mit einem wachsenden Defizit in Einklang bringen. Sobald der Rat eine Entscheidung getroffen hat, wird der endgültige Haushalt der Öffentlichkeit präsentiert.