BP kürzt massiv Kosten und verkauft Raffinerie in Gelsenkirchen trotz Ölpreis-Rallye
Marie KrügerBP kürzt massiv Kosten und verkauft Raffinerie in Gelsenkirchen trotz Ölpreis-Rallye
BP treibt massive Kostensenkungen und Umstrukturierungen voran – trotz steigender Ölpreise
Der britische Energiekonzern BP verschärft seine Spar- und Restrukturierungspläne, während die Ölpreise stark anziehen. Das Unternehmen hat sein Einsparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 angehoben. Gleichzeitig kämpft BP mit anhaltenden Arbeitskonflikten in einer US-Raffinerie und verkauft gleichzeitig Vermögenswerte in Deutschland.
Der Energieriese hat seine Ziele für strukturelle Kostensenkungen ausgeweitet, um die Cashflow-Situation zu verbessern und die finanzielle Stabilität zu stärken. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines Anstiegs der Brent-Ölpreise auf rund 112 US-Dollar pro Barrel, getrieben durch Blockaden in der Straße von Hormus. Die US-Regierung reagierte darauf mit einer 60-tägigen Ausnahmeregelung für den Jones Act, um Engpässe in den Lieferketten zu mildern.
BP beschleunigt zudem seine internen Umstrukturierungsmaßnahmen. Teil der Strategie ist ein Desinvestitionsprogramm im Umfang von 20 Milliarden US-Dollar bis 2027, wovon bereits über 11 Milliarden umgesetzt wurden. Ein zentraler Verkauf betrifft die Raffinerie in Gelsenkirchen, die jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet. Die Anlage mit ihren 1.800 Mitarbeitern geht an die Klesch Group über. Analysten der HSBC haben die BP-Aktie von "Reduce" auf "Hold" hochgestuft und verweisen darauf, dass der Verkauf der Raffinerie die Verbindlichkeiten um bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar verringern könnte.
Trotz dieser Veränderungen sieht sich BP mit Arbeitsunruhen in der Whiting-Raffinerie im US-Bundesstaat Indiana konfrontiert. Rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte wurden ausgesperrt, doch die Unternehmensführung betont, dass die Produktion nicht wesentlich beeinträchtigt werde.
Mit den jüngsten Maßnahmen will BP seine Abläufe straffen, Schulden abbauen und sich in einem volatilen Energiemarkt neu aufstellen. Die Verkäufe von Vermögenswerten und die Sparbemühungen sollen die langfristige finanzielle Stabilität sichern. Da bereits mehr als die Hälfte des 20-Milliarden-Ziels erreicht ist, formt der Konzern sein Geschäft weiter um – in einer Zeit hoher Ölpreise und großer Marktunsicherheiten.






