Brüder vor Gericht: Illegale Krähenfalle im Wald entdeckt und gefilmt
Marie KrügerBrüder vor Gericht: Illegale Krähenfalle im Wald entdeckt und gefilmt
Zwei Brüder aus Preußisch Oldendorf müssen sich wegen des Vorwurfs vor Gericht verantworten, in einem Waldgebiet eine illegale Krähenfalle aufgestellt zu haben. Der Fall wurde im Januar 2024 bekannt, nachdem Tierschützer den selbstgebauten Käfig entdeckt und die Behörde alarmiert hatten. Die Behörden gehen mittlerweile davon aus, dass die Vorrichtung voll funktionsfähig war – entgegen der Aussage des Jägers.
Die Falle bestand aus einem großen, selbstgefertigten Käfig, der Vögel durch eine kleine Öffnung anlocken sollte. Sobald sich die Tiere im Inneren befanden, konnten sie mit ausgebreiteten Flügeln nicht mehr entkommen – eine in Deutschland verbotene Methode. Wildkameras, die am Tatort installiert waren, halfen den Ermittlern, die Verdächtigen zu identifizieren: einen Jäger und seinen Bruder.
In den vergangenen fünf Jahren wurden bundesweit rund 150 ähnliche Fälle illegaler Wildtierfallen registriert. Die meisten wurden von Behörden und Naturschutzverbänden wie dem NABU aufgedeckt, mit Schwerpunkten in Nordrhein-Westfalen (60 Fälle zwischen 2022 und 2024) und Bayern (40 Fälle von 2021 bis 2023).
Im Mittelpunkt des bevorstehenden Prozesses steht die Frage nach dem Motiv der Tat. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass die Beweislage – darunter die Kameraaufnahmen – der Behauptung des Jägers widerspricht, die Falle sei nicht einsatzbereit gewesen.
Das Gericht wird entscheiden, ob die Brüder gegen das Artenschutzrecht verstoßen haben. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Strafen nach deutschen Vorschriften. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, illegale Fallenstellmethoden im ganzen Land zu bekämpfen.
