Bundesbank will Ein- und Zwei-Cent-Münzen aus dem Zahlungsverkehr verdrängen
Marie KrügerBundesbank will Ein- und Zwei-Cent-Münzen aus dem Zahlungsverkehr verdrängen
Die deutsche Bundesbank schlägt vor, Bargeldzahlungen künftig auf volle fünf Cent zu runden. Damit würden Ein- und Zwei-Cent-Münzen zwar nicht ihre Gültigkeit verlieren, aber praktisch aus dem Zahlungsverkehr verschwinden. Sieben andere EU-Länder sind bereits ähnliche Wege gegangen.
Die Bundesbank begründet den Vorschlag mit den hohen Kosten für die Herstellung, Verpackung und den Transport der Kleingeldmünzen. Nach der neuen Regel würde ein Preis von 3,99 Euro auf 4,00 Euro aufgerundet, während 2,02 Euro auf 2,00 Euro abgerundet würden. Die Idee stößt auf breite Zustimmung: 56 Prozent der Deutschen unterstützen die Änderung.
In Nordrhein-Westfalen runden bereits mehrere Supermarktketten die Rechnungsbeträge ihrer Kunden auf. Diese Praxis entspricht den bestehenden Regelungen in Finnland, den Niederlanden, der Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland – allesamt Länder, die die Prägung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen eingestellt haben. Zwar bleiben die Münzen weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel, doch werden Bargeldtransaktionen dort auf volle fünf Cent gerundet.
Der Vorstoß der Bundesbank passt in einen europäischen Trend. Besonders in Nordrhein-Westfalen zeigen sich viele Verbraucher offen für das System. Sollte die Umstellung kommen, würde sie den Zahlungsverkehr vereinfachen und den Umgang mit Kleingeld reduzieren.
Damit würde Deutschland zu den EU-Nachbarn aufschließen, die kleine Münznominale bereits abgeschafft haben. An den Kassen würden Bargeldbeträge automatisch angepasst – eine Entlastung für Handel und Banken. Die Münzen blieben zwar gültig, würden aber im Alltag zunehmend an Bedeutung verlieren.






