25 June 2026, 12:05

Bundeskabinett lockert Energieeffizienzgesetz für Rechenzentren deutlich

Schwarz-Rot lockert Effizienzregeln für die Wirtschaft

Bundeskabinett lockert Energieeffizienzgesetz für Rechenzentren deutlich

Der Bundeskabinett hat Lockerungen des Energieeffizienzgesetzes beschlossen. Die Änderungen richten sich vor allem an Betreiber von Rechenzentren, die einen hohen Strombedarf haben und erhebliche Abwärme produzieren. Ziel der Reformen ist es, Bürokratie abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken.

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Das ursprüngliche Gesetz verlangte von Behörden und Unternehmen, den Energieverbrauch zu senken und Verschwendung zu reduzieren. Rechenzentrumsbetreiber standen dabei vor strengen Effizienzvorgaben und engen Fristen. Nun erhalten sie mehr Zeit zur Umsetzung: Statt zwei Jahren gilt nun eine Frist von vier Jahren.

Die Pflicht zur Nutzung von Abwärme entfällt, sofern kein lokales Fernwärmenetz existiert. Auch die Frist für die Kompensation des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien wurde auf das Jahr 2030 verschoben. Zudem müssen nur noch Unternehmen mit einem jährlichen Verbrauch von mindestens 23,6 Gigawattstunden Energie- oder Umweltmanagementsysteme einführen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz verteidigte die Reformen als Maßnahme zur Entlastung von administrativem Aufwand. Peter Adrian vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bezeichnete sie als „deutliche Entlastung“. Kritiker wie Katharina Reuter vom Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft monierten hingegen, die Änderungen vernachlässigten den Ausgleich zwischen Klimazielen und wirtschaftlichen Erfordernissen. Kilian Vieth-Ditlmann von AlgorithmWatch sprach gar von einer „Kapitulation vor den Tech-Konzernen“ und warnte vor höheren Umwelt- und Wirtschaftskosten.

Die gelockerten Regelungen geben Rechenzentrumsbetreibern mehr Flexibilität und Zeit, um die Effizienzziele zu erreichen. Unternehmen mit geringerem Energieverbrauch sind von bestimmten Auflagen befreit. Die Reformen stoßen in der Wirtschaft und bei Umweltschützern gleichermaßen auf Zustimmung wie Kritik.

Quelle