12 March 2026, 14:09

Bundesrechnungshof warnt vor explodierender Staatsverschuldung bis 2029

Eine alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und dem Text "Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaf Berlin"

Bundesrechnungshof warnt vor explodierender Staatsverschuldung bis 2029

Der Bundesrechnungshof hat eine drastische Warnung vor der steigenden Staatsverschuldung Deutschlands ausgesprochen. Kay Scheller, der Präsident des Gerichts, bezeichnete die Finanzpolitik der Regierung als ein "kolossales Taschenspielertrick", das die öffentlichen Finanzen destabilisieren könnte. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die Neuverschuldung des Bundes bis 2029 voraussichtlich 2,7 Billionen Euro erreichen wird.

Scheller kritisierte den Umgang der Regierung mit den Schulden und warf Politikern vor, zu oft nach zusätzlichen Mitteln zu greifen, statt Ausgabenprioritäten zu überprüfen. Besonders verwies er auf den 2022 eingerichteten Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro, der ursprünglich Investitionen in Bereiche wie Infrastruktur und Klimaschutz fördern sollte. Doch stattdessen, so seine Warnung, werde das Geld nun genutzt, um Lücken in bestehenden Haushalten zu stopfen.

Die Bedenken des Rechnungshofs beschränken sich nicht auf die Bundesebene. Zwar bezieht sich die prognostizierte Schuldenlast von 2,7 Billionen Euro auf die Verschuldung des Bundes, doch kommen weitere 800 Milliarden Euro hinzu, die Länder und Kommunen schulden. Scheller wies zudem auf die steigenden Kosten für den Schuldendienst hin, da höhere Zinsen die öffentlichen Haushalte zusätzlich belasten.

Sein Amt hat wiederholt vor solchen Finanzpraktiken gewarnt und auf frühere Beispiele wie den Klimafonds verwiesen. Scheller betonte, dass die aktuellen Schuldenprognosen von der Annahme ausgehen, es werde keine neuen Krisen geben – ein Szenario, das er für unrealistisch hält. Er stellte sogar infrage, ob einige dieser finanziellen Maßnahmen verfassungsrechtlich angreifbar sein könnten.

Trotz des Umfangs des Sondervermögens gibt es keine klaren Daten darüber, wie sich die Mittel auf die geplanten Investitionen auswirken. Selbst Berichte wie der Jahresrückblick 2025 der DHL Group liefern keine Einblicke, wie das Geld in Schlüsselsektoren verteilt wurde.

Die Warnungen unterstreichen die langfristigen Risiken der deutschen Schuldenpolitik. Ohne strengere Ausgabenkontrollen oder eine Neuausrichtung der Prioritäten könnte die finanzielle Belastung weiter wachsen. Schellers Aussagen deuten auf zunehmenden Druck hin, dass die Regierung diese Probleme angehen muss, bevor sie sich verschärfen.

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