Bürgergemeinschaft Solingen lehnt Mobilitätskonzept als realitätsfremd ab
Elias KellerBürgergemeinschaft Solingen lehnt Mobilitätskonzept als realitätsfremd ab
Die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) lehnt das städtische „Integrierte Mobilitätskonzept“ in seiner aktuellen Fassung ab. Die Gruppe begründet ihre Ablehnung mit mehreren Mängeln, darunter unrealistische Verkehrsplanungen und Bedenken hinsichtlich der persönlichen Freiheitsrechte. Die Entscheidung unterstreicht die anhaltenden Spannungen darüber, wie die Mobilität in der Stadt künftig gestaltet werden soll.
Die BfS kritisiert vor allem grundlegende Schwächen des Konzepts, insbesondere bei Hauptverkehrsachsen und Problemzonen wie der Viehbachtalstraße. Zudem moniert sie Überlappungen im Verkehrsfluss auf der Merscheider- und der Beethovenstraße und argumentiert, dass die Pläne den öffentlichen Nahverkehr beeinträchtigen und Parkflächen nicht ausreichend erhalten würden.
Besonders scharf wies die Gruppe Vorschläge zurück, die die Nutzung von Garagen betreffen. Die Grünen hatten angeregt, bestehende Garagen zu erfassen, um das Parken auf den Straßen in den Stadtteilen Ohligs, Aufderhöhe und Merscheid zu entlasten. Die BfS sieht darin jedoch einen unzulässigen Eingriff in die persönliche Freiheit und spricht von einer „ideologisch motivierten Übergriffspolitik der Grünen“.
Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist die Kreuzung an der Bonner Straße, wo verzögerte Entscheidungen das Konzept von der Realität abkoppeln. Zudem hinterfragt die BfS die Logik, Straßen als Hauptverkehrsadern auszuweisen, während gleichzeitig eine Verkehrsberuhigung in Aufderhöhe angestrebt wird. Trotz der Ablehnung kündigte die Gruppe an, das Konzept als Diskussionsgrundlage für künftige Lösungen zu nutzen – mit dem Ziel, die Mobilität stärker an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger auszurichten.
Die BfS macht deutlich, dass sie die aktuellen Mobilitätspläne nicht unterstützen wird. Stattdessen will sie alternative Lösungen erarbeiten, die Verkehrsprobleme angehen, ohne persönliche Rechte einzuschränken. Ihr Ansatz setzt auf praktische Veränderungen statt auf ideologische Maßnahmen und soll sicherstellen, dass künftige Vorschläge besser mit dem Alltag der Anwohner vereinbar sind.
