Cloud-Technologie im öffentlichen Sektor: Warum Behörden noch zögern
Eine neue Studie unterstreicht die wachsende Bedeutung von Cloud-Technologie im öffentlichen Sektor. Sie zeigt, wie Behörden die digitale Transformation vorantreiben, dabei aber weiterhin auf Hindernisse stoßen. Die Untersuchung wurde Anfang dieses Jahres von Wegweiser Research & Strategy durchgeführt.
Zwischen dem 29. Februar und 17. Mai 2024 führte das Institut die Studie „Innovation und Souveränität in Einklang bringen: Cloud und die digitale Zukunft der Verwaltung“ durch. Die Ergebnisse belegen, dass 60 Prozent der öffentlichen Einrichtungen die Einführung von Cloud-Lösungen als unverzichtbar betrachten. Weitere 66 Prozent planen in naher Zukunft den Umstieg auf Cloud-Systeme.
Trotzdem haben 55 Prozent der Behörden noch keine direkten Erfahrungen mit Cloud-Technologien. Die Hälfte von ihnen behandelt das Thema weiterhin als reine IT-Frage und nicht als grundlegenden Wandel der Arbeitsabläufe. Nur 20 Prozent verfügen über eine ausgearbeitete Cloud-Strategie, und weniger als 10 Prozent halten sich vollständig an die BSI-Richtlinien zur Cloud-Sicherheit.
Bei der Auswahl einer Cloud-Lösung stehen Datenhoheit und operationelle Souveränität an erster Stelle. Am beliebtesten ist mit 56 Prozent die private Cloud, dicht gefolgt von der Deutschen Verwaltungscloud (DVC) mit 53 Prozent. Die DVC zielt darauf ab, spezialisierte Verfahren als Software-as-a-Service (SaaS) anzubieten und damit eine zentrale Lücke im aktuellen Angebot zu schließen.
Die Studie zeigt zudem, dass viele Behörden in einem Kreislauf begrenzter Fortschritte gefangen sind. Das Fehlen verwaltungsrelevanter Dienstleistungen als Service bremst die Einführung aus. Gleichzeitig wünschen sich 15,37 Prozent der Einrichtungen spezielle Cloud-Schulungen für ihre Mitarbeiter, während 14,63 Prozent Unterstützung bei der Entwicklung einer Cloud-Strategie benötigen.
Die Ergebnisse verdeutlichen sowohl das Potenzial als auch die Herausforderungen der Cloud-Nutzung in der öffentlichen Verwaltung. Zwar erkennen viele Behörden die Bedeutung des Themas, scheitern aber an der Umsetzung. Ohne breitere Unterstützung und klarere Strategien könnte der Fortschritt jedoch weiter stocken.






