Deutsche Bahn plant massive Fernverkehr-Ausweitung trotz Milliardenverlusten
Lara MeyerDeutsche Bahn plant massive Fernverkehr-Ausweitung trotz Milliardenverlusten
Deutsche Bahn kündigt große Änderungen im Fernverkehr für 2024 an
Die Deutsche Bahn hat umfassende Neuerungen für ihren Fernverkehr ab dem kommenden Jahr angekündigt. Das Unternehmen plant eine deutliche Ausweitung des Fahrplans, um die Bahn als Verkehrsmittel attraktiver zu machen. Die Maßnahmen folgen jedoch auf ein schwieriges Jahr, das von hohen Verlusten und anhaltender Kritik wegen Verspätungen und Zugausfällen geprägt war.
Der Bahnkonzern wird sein Taktfahrplan-Netz – in dem Züge im Halbstundentakt verkehren – von derzeit rund 900 auf 2.300 Kilometer ausbauen. Davon profitieren vor allem Großstädte wie Hamburg, Hannover, Kassel, Erfurt, Halle und Berlin. Zudem sind etwa 40 neue oder verlängerte tägliche Verbindungen geplant, die Deutschland mit Belgien, Dänemark, Polen, Tschechien und der Schweiz verbinden sollen.
Fahrgäste können sich auf häufigere Verbindungen, schnellere Strecken und vereinfachte Buchungsmöglichkeiten freuen. Doch die Aufwertungen erfolgen nach einer turbulentem Phase: 2023 verzeichnete die Deutsche Bahn Verluste von über zwei Milliarden Euro, bedingt durch explodierende Energiekosten und höhere Ausgaben. Aktuelle Daten zeigen, dass nur etwa zwei Drittel der Fernzüge pünktlich ankamen – ein Umstand, der bei Reisenden für Frust sorgt.
Der Aufsichtsrat des Unternehmens fordert Investitionen in Höhe von bis zu 150 Milliarden Euro, um das Schienennetz zu stabilisieren. Allerdings werden größere Sanierungsarbeiten an Strecken erst bis 2035 abgeschlossen sein, sodass mit weiteren Beeinträchtigungen zu rechnen ist. Trotz der Herausforderungen bleibt die Deutsche Bahn der führende Anbieter im öffentlichen Verkehr Deutschlands und betreibt bundesweit sowohl Fern- als auch Regionalverkehr.
Ziel der Expansion ist es, die Zuverlässigkeit zu erhöhen und mehr Fahrgäste für die Bahn zu gewinnen. Da die Sanierungsarbeiten jedoch noch bis ins nächste Jahrzehnt andauern, werden Verspätungen und Einschränkungen im Betrieb vorerst bestehen bleiben. Der Erfolg des Plans hängt davon ab, die notwendigen Mittel zu sichern und die seit langem bestehenden Infrastrukturprobleme zu überwinden.






