28 March 2026, 14:10

Deutsche Bahn scheitert an der Sanierung des maroden Schienennetzes in NRW

Gruppe von Menschen um einen frühen Zug auf Schienen mit Gebäuden und Bäumen im Hintergrund, beschriftet mit "Ludwigs-Eisenbahn, der erste Bahnhof in Deutschland."

Deutsche Bahn scheitert an der Sanierung des maroden Schienennetzes in NRW

Deutsche Bahn kämpft mit der Sanierung des überlasteten Schienennetzes in Nordrhein-Westfalen – kein einziges Großprojekt ist bisher abgeschlossen

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In Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland mit der schlechtesten Schieneninfrastruktur Deutschlands, kommt die Deutsche Bahn bei der Modernisierung der stark frequentierten Strecken kaum voran. Verspätungen und Frust bei den Fahrgästen sind an der Tagesordnung. Kritiker warnen, dass selbst reparierte Gleise die grundlegenden Probleme des Systems nicht lösen werden.

Aktuell werden zehn wichtige Eisenbahnkorridore in Nordrhein-Westfalen instand gesetzt, acht weitere sollen in den kommenden Jahren folgen. Doch keines dieser Vorhaben ist bisher fertiggestellt. Die Strecke Hagen–Wuppertal–Köln sowie Teile der Verbindung Hamburg–Berlin befinden sich seit Februar 2026 in intensiver Bauphase. Zwar konnte die erste Ausbaustufe der Hamburg–Berlin-Strecke bis Ende 2025 abgeschlossen werden, doch die vollständige Wiederinbetriebnahme lässt weiter auf sich warten.

Reisende zwischen Köln und Hagen müssen weiterhin mit Einschränkungen rechnen: Ersatzbusse verkehren voraussichtlich noch bis mindestens zum Sommer. Ein Mangel an Abnahmeprüfern verzögert zudem die Freigabe sanierter Abschnitte – was die Verärgerung zusätzlich schürt. Die Deutsche Bahn führt die Verspätungen vor allem auf marode Infrastruktur zurück. Doch der Bahnexperte Christian Böttger widerspricht dieser Darstellung: Nur 80 Prozent der Probleme seien auf Gleisdefekte zurückzuführen.

Einige Fachleute schlagen vor, den Fahrplan ausudzünnen – etwa durch Streichungen im Regionalverkehr –, um das Netz zu entlasten. Die Deutsche Bahn lehnt diesen Vorschlag jedoch ab, obwohl sie einräumt, dass Teile des Systems überlastet sind. Unterdessen übt der Bundesrechnungshof scharfe Kritik an der Unternehmensführung und der Bundesregierung: Beide hätten es versäumt, die seit langem bekannten Missstände anzugehen.

Die andauernden Bauarbeiten in Nordrhein-Westfalen verdeutlichen die Herausforderungen für das deutsche Schienennetz. Ohne weitere Maßnahmen dürften sich Verspätungen und Störungen selbst nach Abschluss der Sanierungen fortsetzen. Fahrgäste und Verantwortliche suchen nun nach greifbaren Lösungen, die über bloße Gleisreparaturen hinausgehen.

Quelle