Deutsche Frau soll IS-Mitglieder aus dem Gefängnis unterstützt haben
Lara MeyerAufrufe für inhaftierte IS-Mitglieder: Deutscher Sympathisant angeklagt - Deutsche Frau soll IS-Mitglieder aus dem Gefängnis unterstützt haben
Eine deutsche Frau ist angeklagt, den Islamischen Staat (IS) über eine Hilfsinitiative für inhaftierte Mitglieder unterstützt zu haben. Nadine D., die sich derzeit in Untersuchungshaft befindet, soll das Netzwerk spätestens seit 2019 betrieben haben. Den Ermittlungsbehörden zufolge sammelte sie Gelder und förderte Solidaritätsbekundungen für inhaftierte IS-Anhänger.
Die Bundesanwaltschaft erhob am 10. Februar 2026 offiziell Anklage gegen Nadine D. Ihr wird vorgeworfen, eine Spendenkampagne organisiert zu haben, mit der fast 15.000 Euro für inhaftierte Personen gesammelt wurden. Das Geld soll an Personen geflossen sein, die dem IS nahestehen.
Neben der finanziellen Unterstützung rief sie Sympathisanten dazu auf, Briefe und Fotos an inhaftierte IS-Mitglieder zu schicken. Diese Sendungen hätten laut Ermittlern ideologische Treuebekundungen enthalten. Die Initiative soll bereits Jahre vor ihrer Festnahme aktiv gewesen sein.
Nadine D. wurde im September vergangenen Jahres in Düsseldorf festgenommen und befindet sich seitdem in Haft. Ob weitere Personen im Zusammenhang mit der Aktion beschuldigt werden, haben die Staatsanwälte nicht mitgeteilt.
Die Anklageschrift unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, Unterstützernetzwerke für verbotene extremistische Gruppen zu zerschlagen. Im Mittelpunkt des Falls steht die finanzielle und moralische Rückendeckung für IS-nahe Gefangene. Ein Prozessbeginn steht noch nicht fest.
