24 May 2026, 14:15

Deutschland reformiert Staatsbürgerschaft: Schnellere Einbürgerung für Millionen Migranten

Neues Staatsbürgerschaftsgesetz beschleunigt Naturalisierungen

Deutschland reformiert Staatsbürgerschaft: Schnellere Einbürgerung für Millionen Migranten

Deutschland hat sein Staatsbürgerschaftsrecht grundlegend reformiert, um Einbürgerungen zu beschleunigen und inklusiver zu gestalten. Das neue Staatsangehörigkeitsgesetz verkürzt die Mindestaufenthaltsdauer von acht auf fünf Jahre und führt wichtige Erleichterungen für langjährig Ansässige ein. Millionen von Ausländerinnen und Ausländern, die in Deutschland leben, könnten nun leichter die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben.

Nach dem überarbeiteten Gesetz können sich ausländische Staatsangehörige bereits nach fünf Jahren legalen Aufenthalts einbürgern lassen – bisher waren es acht Jahre. Wer besonders gut integriert ist, etwa durch herausragende Sprachkenntnisse oder gesellschaftliches Engagement, kann bereits nach drei Jahren die Voraussetzungen erfüllen. Aktuell leben rund 12 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Deutschland, davon etwa 5,3 Millionen seit mindestens einem Jahrzehnt.

Kinder, die in Deutschland geboren werden, erhalten künftig automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn mindestens ein Elternteil seit mehr als fünf Jahren mit einer Niederlassungserlaubnis im Land lebt. Die Reform schafft zudem die bisherige Regelung ab, wonach in Deutschland geborene junge Erwachsene mit ausländischen Eltern sich bis zum 18. Lebensjahr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden mussten. Das neue System erlaubt grundsätzlich die Mehrstaatigkeit.

Gleichzeitig verschärft das Gesetz die Voraussetzungen für eine Einbürgerung. Antragstellende müssen finanziell unabhängig sein und Deutschkenntnisse auf B1-Niveau nachweisen – allerdings gibt es Ausnahmen für ehemalige Gastarbeiter und ihre Ehepartner. Wer wegen antisemitischer, rassistischer oder anderer unmenschlicher Taten verurteilt wurde, wird von der Einbürgerung ausgeschlossen. Zudem müssen Bewerber Israels Existenzrecht anerkennen und die historische Verantwortung Deutschlands für den Schutz jüdischen Lebens bestätigen.

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Die 36-jährige SPD-Abgeordnete Ye-One Rhie spielte eine zentrale Rolle bei der Ausgestaltung des Gesetzes. Als Mitglied einer parlamentarischen Arbeitsgruppe und innerhalb ihrer Fraktion setzte sie sich für Reformen ein, die Migration und Integration verbessern sollen. Behörden erwarten, dass die Änderungen langfristig den Verwaltungsaufwand verringern, da weniger Menschen ihre Aufenthaltstitel wiederholt verlängern müssen.

2023 ließen sich rund 200.000 Menschen in Deutschland einbürgern. Diese Zahl dürfte unter den neuen Regelungen steigen, die in den kommenden Monaten in Kraft treten. Die Reformen markieren einen bedeutenden Wandel in der deutschen Staatsbürgerschaftspolitik: Sie bieten langjährig Ansässigen schnellere Wege zur Einbürgerung, halten aber gleichzeitig strenge Kriterien aufrecht. Mit Millionen potenziell Berechtigten könnten die Änderungen in den nächsten Jahren die demografische und administrative Landschaft des Landes nachhaltig prägen.

Quelle