04 March 2026, 14:35

Dorothee Daun führt Solinger Beirat für Inklusion mit neuem Team an

Eine Gruppe von Menschen marschiert mit einem Banner, auf dem "Solidarität und Feminismus" steht, die Straße entlang, mit parkenden Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Dorothee Daun führt Solinger Beirat für Inklusion mit neuem Team an

Dorothee Daun wurde als Vorsitzende des Solinger Beirats für Menschen mit Behinderungen erneut gewählt. Die Gruppe, die nun mit zwei neuen stellvertretenden Vorsitzenden arbeitet, setzt sich für mehr Engagement bei der Inklusion in der Stadt ein. Die Mitglieder betonten, dass die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen aktiv gestaltet werden müsse – und nicht allein der Bürokratie überlassen bleiben dürfe.

Bei einer kürzlichen Sitzung sprach Gastredner Josef Neumann über den Stand der Inklusion in Nordrhein-Westfalen. Er verwies auf anhaltende Herausforderungen, darunter die Kampagne der Lebenshilfe NRW gegen Kürzungen bei Integrationshelfern an Schulen.

Daun, die sowohl Autismus Rhein-Wupper als auch den Paritätischen Wohlfahrtsverband in Solingen leitet, kritisierte strukturelle Mängel in der Behindertenförderung. Sie wies darauf hin, dass Kommunen wie Solingen aufgrund unzureichender Landesmittel steigende Kosten für Integrationshilfen tragen müssten. Verantwortlichkeiten würden ihrer Ansicht nach oft ohne ausreichende Ressourcen übertragen.

Zu den neuen stellvertretenden Vorsitzenden zählen Oliver Backhaus und Yesim Özem. Backhaus, Medienökonom und Vorsitzender des Vereins Barrierefreier Zugang, sitzt seit einem Unfall 1985 im Rollstuhl. Özem arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen, engagiert sich im Betriebsrat und vertritt die SPD im Beirat.

In Solingen kommt die Inklusion nur langsam voran. Zwar verzeichnet Nordrhein-Westfalen leichte Fortschritte – etwa den Anstieg des Anteils von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen an Regelschulen von 40 auf 55 Prozent bis 2025 –, doch bleiben lokale Probleme bestehen. Lehrkräftemangel, Finanzierungslücken und bürokratische Verzögerungen bei der Arbeitsvermittlung halten an. Die Arbeitslosigkeit unter Geflüchteten in der Stadt liegt laut Bundesagentur für Arbeit weiterhin bei rund 25 Prozent (Stand 2025).

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Daun, ehemalige Stadträtin mit über 30 Jahren Erfahrung, setzt sich seit Langem für soziale Teilhabe auf regionaler Ebene ein. Die Botschaft des Beirats ist klar: Inklusion erfordert aktives Handeln – nicht nur Verwaltungsprozesse. Aktuelle Spannungen, etwa nach dem Messerangriff in Solingen 2024, erschweren die Integrationsarbeit zusätzlich, wie lokale NGOs berichten.

Die Wiederwahl Dauns und die Berufung der neuen Stellvertreter signalisieren einen erneuten Vorstoß für die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Solingen. Finanzierungsengpässe, Personalmangel und bürokratische Hürden bremsen jedoch weiterhin den Fortschritt. Die Gruppe besteht darauf, dass echte Inklusion nur durch gezielte Maßnahmen und anhaltendes politisches Engagement erreicht werden kann.