Dortmunder Kult-Satire "Geierabend" meldet nach 32 Jahren Insolvenz an
Lara MeyerDortmunder Alternativkarneval 'Geierabend' ist insolvent - Dortmunder Kult-Satire "Geierabend" meldet nach 32 Jahren Insolvenz an
Dortmunds langjährige Satire-Kultveranstaltung "Geierabend" meldet nach 32 Jahren Insolvenz an. Die Veranstaltung, die für ihren scharfen Witz und ihren kulturellen Einfluss im Ruhrgebiet bekannt war, steht nun vor einer ungewissen Zukunft. Die Organisatoren machen steigende Schulden und unerwartete finanzielle Forderungen für das Scheitern verantwortlich. Die Probleme begannen mit unbezahlten Rechnungen und einer plötzlichen Nachforderung der GEMA, der deutschen Verwertungsgesellschaft für Musikrechte. Rückwirkende Forderungen im unteren sechsstelligen Bereich verschärften die Lage und trieben die veranstaltende Geierabend Flattermann-Factory gUG in den Konkurs. Die Insolvenz wurde beim zuständigen Amtsgericht eingereicht – das Ende einer jahrzehntelangen Tradition. Der "Geierabend" startete 1992 und entwickelte sich zu einer festen Größe in Dortmunds alternativer Kulturszene. Martin Kaysh, ehemaliger Mitgeschäftsführer und langjähriger Moderator, betonte die Bedeutung der Veranstaltung für die Stadt. Satirische Formate wie dieses seien ein unverzichtbarer Teil der lokalen Identität, so Kaysh. Trotz der Krise hoffen die Macher noch auf eine letzte Aufführung in diesem Sommer. Die Finanzierung bleibt jedoch unsicher. Zwar gibt es keine genauen Zahlen zu ähnlichen Veranstaltungen im Ruhrgebiet, die in den letzten Jahren schließen mussten, doch viele alternative Projekte kämpfen mit existenziellen finanziellen Problemen. Die Insolvenz wirft Fragen zur Zukunft des "Geierabends" auf. Sollte die geplante Abschiedsvorstellung stattfinden, könnte sie das definitive Ende einer der prägendsten Kulturveranstaltungen Dortmunds markieren. Der Fall zeigt einmal mehr, unter welchem finanziellen Druck langjährige, basisdemokratische Projekte in der Region stehen.
