Dortmunds neuer CDU-Bürgermeister setzt auf Sicherheit und Bildung trotz gespaltenem Stadtrat
Leon KrausDortmunder OB Kalouti: Bildung hat zentrale Bedeutung - Dortmunds neuer CDU-Bürgermeister setzt auf Sicherheit und Bildung trotz gespaltenem Stadtrat
Alexander Kalouti, Dortmunds erster Bürgermeister der Christlich-Demokratischen Union (CDU) seit fast 80 Jahren, steht kurz vor seinem 100. Amtstag. Der in Beirut geborene und in Süddeutschland aufgewachsene Politiker hat klare Prioritäten gesetzt: die Sicherheit in der Stadt verbessern und die Bildung stärken. Sein Ansatz kommt zu einer Zeit, in der der Stadtrat nach den Wahlen im September 2025 tief gespalten bleibt.
Kalouti übernahm das Amt nach den Kommunalwahlen am 14. September 2025, die den Stadtrat zersplittert zurückließen. Die SPD hält 26 Sitze, die CDU 23 zuzüglich des Bürgermeisterpostens, während Bündnis 90/Die Grünen und VOLT gemeinsam auf 18 Sitze kommen. Die rechtspopulistische AfD stellt nun 18 Abgeordnete – ein deutlicher Zuwachs – neben kleineren Parteien wie der Linken, der FDP, der BSW, Die PARTEI und dem BVT. Trotz der politischen Herausforderungen hat Kalouti Bündnisse mit der AfD ausgeschlossen und setzt stattdessen auf Mehrheiten durch andere Partnerschaften.
Sicherheit war eines seiner ersten großen Handlungsfelder. Eine einwöchige Pilotaktion mit verstärkter Polizei- und Ordnungspräsenz stieß bei Anwohnern und lokalen Unternehmen auf Zustimmung. Dennoch räumt er ein, dass es tiefgreifendere Probleme gibt, und kritisiert das Fehlen einer ehrlichen Debatte über die realen Herausforderungen, vor denen Städte wie Dortmund stehen.
Bildung bleibt ein weiterer zentraler Schwerpunkt. Kalouti betont immer wieder die Notwendigkeit frühkindlichen Spracherwerbs in einer von Migration geprägten Stadt. Zudem verweist er auf den Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung, der bereits zu vorübergehenden Schließungen geführt und Eltern ohne Unterstützung zurückgelassen hat. Trotz knapper Haushalte pocht er auf Investitionen in Schulen und frühkindliche Bildung – Chancen müssten allen offenstehen, unabhängig von Herkunft oder Religion.
Obwohl er Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen direkten Umgang mit Problemen lobt, fordert Kalouti mehr Transparenz bei der Bewältigung städtischer Herausforderungen. Seine eigene politische Haltung ist klar: Die Verteidigung von Chancengleichheit gehöre, wie er sagt, zu seiner "politischen DNA".
Kaloutis erste Amtsmonate waren geprägt von Sicherheitsmaßnahmen und Bildungsreformen. Die Pilotinitiative der Polizei zeigt erste Erfolge, doch strukturelle Probleme wie Personalmangel in Kitas und Haushaltsengpässe bestehen fort. Angesichts eines zersplitterten Stadtrats und einer klaren Absage an eine Zusammenarbeit mit der AfD wird sein Erfolg bei langfristigen Reformen davon abhängen, ob es ihm gelingt, breitere politische Unterstützung zu mobilisieren.
