Dramatischer UN-Bericht: Jede zweite wandernde Tierart ist bedroht
Erster Bericht zum Zustand wandernder Tierarten veröffentlicht – dramatische Lage für globale Artenvielfalt
Der erste jemals veröffentlichte Bericht zum Zustand der wandernden Tierarten liegt vor – und er zeigt die dramatischen Risiken auf, denen Tiere ausgesetzt sind, die jährlich weite Strecken zurücklegen. Milliarden von Lebewesen ziehen über Kontinente, doch viele kämpfen mittlerweile ums Überleben.
Erstellt wurde der Bericht für das Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (CMS), ein UN-Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt. Die Ergebnisse sind alarmierend: 44 Prozent der vom CMS erfassten Arten sind im Rückgang begriffen, 22 Prozent sogar vom Aussterben bedroht. Besonders prekär ist die Lage bei Fischen – 97 Prozent der im CMS gelisteten Fischarten könnten für immer verschwinden.
Hauptverantwortlich für diese Entwicklung ist der Mensch. Übernutzung und Lebensraumverlust stellen die größten Gefahren für wandernde Arten dar. Zudem sind 399 noch nicht im CMS verzeichnete Arten ebenfalls kurz vor dem Aussterben. Der Schutz bleibt unzureichend: 51 Prozent der sogenannten Schlüsselgebiete für die biologische Vielfalt, die für diese Tiere lebenswichtig sind, stehen unter keinem Schutzregime.
Wandernde Arten sind jedoch unverzichtbar für stabile Ökosysteme und bringen auch dem Menschen wichtige Vorteile. Ohne entschlossenes Handeln werden unnachhaltige Aktivitäten sie weiter an den Rand des Aussterbens drängen. Der Bericht unterstreicht die dringende Notwendigkeit wirksamerer Schutzmaßnahmen.






