12 February 2026, 14:20

Dramé-Brüder droht Abschiebung trotz laufender Prozesse um Polizeitod

Ein altes Buch mit einem Schwarz-Weiß-Bild eines Mannes auf dem Cover, auf dem der Text 'Der Reichen Rünft' steht.

Dramé-Brüder droht Abschiebung trotz laufender Prozesse um Polizeitod

Sidy und Lassana Dramé droht nun die Abschiebung aus Deutschland, nachdem das Dortmunder Ausländeramt die Verlängerung ihrer Aufenthaltstitel abgelehnt hat. Die Entscheidung fällt trotz laufender Gerichtsverfahren zum Tod ihres Bruders Mouhamed Lamine Dramé, der im August 2022 bei einem Polizeieinsatz tot erschossen wurde. Ihre Aufenthaltserlaubnisse liefen am 31. Januar 2026 aus – ihre Zukunft in Deutschland ist damit ungewiss.

Mouhamed Lamine Dramé starb am 8. August 2022 nach Schüssen der Dortmunder Polizei. Seine Brüder stellen seitdem die Durchführung des Einsatzes infrage und argumentieren, dass Fehler in der Polizeitaktik seinen Tod hätten verhindern können. Sie bleiben zentrale Figuren in den juristischen und politischen Debatten um den Fall.

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Das Ausländeramt hatte die Aufenthaltstitel der Brüder zunächst eingeschränkt und ihre Pässe eingezogen, um eine mögliche Abschiebung vorzubereiten. Ihre Anwältin, Lisa Grüter, bestätigte, dass die Behörden keinen triftigen Grund für eine Verlängerung ihres Aufenthalts sähen. Dennoch haben die Brüder erklärt, sich weiter an den Rechtsstreitigkeiten zu beteiligen, sollte ihre Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) Erfolg haben.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Familie Dramé haben gegen den Freispruch der an der Schießerei beteiligten Beamten Berufung eingelegt. Unterstützer betonen, die Brüder hätten sich in Deutschland ein Leben aufgebaut und spielten eine entscheidende Rolle bei der Aufklärung von Mouhameds Tod. Bisher gibt es keine öffentlichen Initiativen, Straßen oder Plätze zu seinen Ehren umzubenennen – ein Zeichen dafür, dass der Fall bisher nur begrenzte gesellschaftliche Resonanz gefunden hat.

Die Entscheidung des Ausländeramts setzt Sidy und Lassana Dramé der Gefahr einer Abschiebung aus, während die juristischen Auseinandersetzungen um den Tod ihres Bruders weitergehen. Ihre Revision beim BGH bleibt der einzige Weg, das Urteil zu kippen und ihr Bleiberecht zu sichern. Das Ergebnis wird entscheiden, ob sie in Deutschland bleiben können, um weitere rechtliche Schritte einzuleiten.