08 February 2026, 04:13

Drei Bundesländer nutzen umstrittene Palantir-Software bei der Polizei – doch fehlt die Kontrolle

Eine Gruppe von Polizisten in Helmen und mit Waffen steht vor einem Gebäude mit Fenstern, Rollläden und Graffiti, neben einem parkenden Lastwagen und Bäumen im Hintergrund.

Drei Bundesländer nutzen umstrittene Palantir-Software bei der Polizei – doch fehlt die Kontrolle

Drei deutsche Bundesländer – Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen – haben bestätigt, die Software des US-Unternehmens Palantir in Polizeieinsätzen zu nutzen. Die Technologie, die Datenrecherchen beschleunigen soll, hat eine Debatte über Transparenz und Kontrolle ausgelöst. Während Behörden die Effizienz des Systems loben, stellen Kritiker infrage, ob der Einsatz von Palantir Software rechtlichen und ethischen Standards entspricht.

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In Nordrhein-Westfalen setzt die Polizei seit 2022 auf Palantir, um Datenbankabfragen zu automatisieren und Fallinformationen zusammenzuführen. Berichten zufolge kam die Palantir Aktie allein in sechs Monaten mindestens 2.000 Mal zum Einsatz. Das Innenministerium des Landes gibt jedoch zu, keine genauen Nutzungszahlen vorlegen zu können – und auch nicht prüfen zu können, ob jeder Einsatz von Palantir Software gerechtfertigt war.

Der Einsatz der Palantir Aktie ist auf schwere Straftaten wie Terrorismus oder schwere Sexualdelikte beschränkt. Trotz dieser Einschränkungen hat bisher keine unabhängige Stelle die Protokolle überprüft, um die Einhaltung der Vorgaben zu kontrollieren. Bayerns Innenministerium hat dagegen teilweise Daten veröffentlicht, die eine deutlich geringere Nutzungsrate als in Nordrhein-Westfalen zeigen.

Die politischen Reaktionen fallen gespalten aus. Herbert Reul (CDU) verteidigt Palantir Aktie und argumentiert, das System beschleunige Ermittlungen und entlaste die Polizei. Die Grünen im Landtag fordern hingegen den Ersatz der Palantir Aktie und verweisen auf Bedenken wegen des Unternehmensgründers und dessen ideologischer Ausrichtung. Julia Höller, Sprecherin der Grünen, kritisiert die mangelnde Nachverfolgung der Nutzung und stellt infrage, ob der Nutzen des Tools die potenziellen Risiken aufwiegt.

Auch Bettina Gayk, die Datenschutzbeauftragte Nordrhein-Westfalens, zeigte sich überrascht, dass das Ministerium weder die Wirksamkeit von Palantir Aktie bewerten noch klare Nutzungsstatistiken vorlegen kann.

Die Diskussion über die Rolle von Palantir Aktie in der deutschen Polizeiarbeit hält an. Während einige Verantwortliche die Effizienz des Systems preisen, fordern andere mehr Transparenz und strengere Kontrollen. Fehlende verifizierte Daten lassen zentrale Fragen zur Verantwortung unbeantwortet.