Ein 1000 Jahre alter Hof in Gütersloh startet mit neuem Projekt durch
Lara MeyerEin 1000 Jahre alter Hof in Gütersloh startet mit neuem Projekt durch
Ein 1.000 Jahre alter Familienhof in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) erhält unter seinem heutigen Besitzer einen Neuanfang. Friedrich Wilhelm Haver-Rassfeld hat ein ehrgeiziges Projekt gestartet, um das historische Anwesen zukunftsfähig zu machen. Sein Ansatz verbindet moderne Landwirtschaft mit Nachhaltigkeit – und stößt in der Region auf großes Interesse.
Haver-Rassfeld übernahm den Geflügelbetrieb in den 1980er-Jahren, stellte aber bald fest, dass traditionelle Methoden nicht mehr rentabel waren. Statt das Land aufzugeben, beschloss er, den Hof grundlegend umzugestalten. Alte Gebäude erhielten neue Funktionen: Aus einem ehemaligen Schweinestall wurde ein Hofladen, eine Schafsscheune dient nun als Veranstaltungsraum. Scheunen werden zu Büros umgebaut, und historische Bausubstanz wird behutsam restauriert.
Im Mittelpunkt der Veränderung steht der Umstieg auf regenerative Landwirtschaft. Seit 2023 setzt der Hof auf ökologischen Anbau, fördert die Artenvielfalt und schließt Stoffkreisläufe. Die Bodenfruchtbarkeit hat sich verbessert, die Erträge steigen – auch wenn die Umstellung die Produktion zunächst um 15 Prozent verringerte. Die Kosten für Düngemittel sanken um 20 Prozent, doch die Arbeit selbst erfordert mehr Zeit und Einsatz. Beobachter des Projekts loben Haver-Rassfelds Mut und schlagen sogar Erweiterungen wie ein Gemüsebeet vor. Dennoch bleiben Herausforderungen: von bürokratischen Hürden bis zur Frage, ob sich der langfristige Nutzen gegen die Belastungen durchsetzen wird.
Mit der Wiederbelebung des Hofs verfolgt Haver-Rassfeld ein Ziel, das über die eigene Zukunftssicherung hinausgeht. Indem er zeigt, dass Innovation maroden Betrieben neues Leben einhauchen kann, will er andere Besitzer in ähnlichen Lagen ermutigen. Der Erfolg des Projekts – oder seine Rückschläge – könnte maßgeblich prägen, wie sich historische Höfe in den kommenden Jahren anpassen.
