Eltern und Erzieher protestieren gegen KiBiz-Reform in NRW – "Wir sind sprachlos"
Marie KrügerEltern und Erzieher protestieren gegen KiBiz-Reform in NRW – "Wir sind sprachlos"
Dutzende Eltern, Erzieher und Kinder haben diese Woche vor dem St.-Josef-Kindergarten Saalhausen in Lennestadt protestiert. Mit Schildern unter dem Motto "Wir sind sprachlos" wandten sie sich gegen die geplanten Änderungen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) in Nordrhein-Westfalen. Die Kundgebung war eine von vielen im gesamten Bundesland – mittlerweile lehnen über 150 Kitas die Reformen ab.
Die von dem Trägerverbund WIR-KITAs organisierte Demonstration zählte etwa 50 Teilnehmer. Vanessa Frankenthal, Leiterin des Kindergartens, warnte, dass Personalmangel bereits jetzt dazu führe, dass die Bedürfnisse der Kinder nicht ausreichend berücksichtigt werden könnten. Steigende Energiekosten und fehlendes Fachpersonal stehen dabei ganz oben auf der Sorgenliste.
Kritiker monieren, dass die zum Jahresbeginn eingeführte KiBiz-Reform die Inflation nicht ausreichend berücksichtige. Viele Einrichtungen stehen dadurch unter finanzieller Belastung. Die Landesregierung hat zwar zusätzliche 200 Millionen Euro für das kommende Kita-Jahr ab August zugesagt, doch die Träger halten dies für unzureichend.
Ein zentraler Streitpunkt ist das geplante System aus "Kern- und Randzeiten". Gegner befürchten, dass dadurch die Betreuungsqualität sinkt, weil flexible Unterstützungsangebote gekürzt werden. Sollten die Reformen beschlossen werden, treten sie voraussichtlich im nächsten Jahr in Kraft.
Weitere Proteste sind in den kommenden Wochen geplant. Die Demonstrationen werden sich auf das Ruhrgebiet, das Rheinland und Westfalen ausweiten – darunter Städte wie Dortmund, Köln und Münster.
Die Proteste zeigen die wachsende Verärgerung unter Kita-Trägern über Finanzierungs- und Personalprobleme. Während die Reformen noch diskutiert werden, warnen Einrichtungen, dass die Betreuung der Kinder leiden könnte, sollten die Änderungen wie geplant umgesetzt werden. In den nächsten Wochen sind in ganz Nordrhein-Westfalen weitere Kundgebungen zu erwarten.






