16 February 2026, 00:11

Energiewende in der Krise: Gasverbrauch steigt – Wasserstoffprojekte stocken

Ein Balkendiagramm, das den Stromverbrauch der Bundesstaaten nach Brennstoffquellen im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Energiewende in der Krise: Gasverbrauch steigt – Wasserstoffprojekte stocken

Deutschlands Energiewende steht vor neuen Herausforderungen, da der Gasverbrauch steigt und der Ausbau von Wasserstoff ins Stocken gerät. Ein aktueller Bericht, "Gasbilanz 2025", zeigt einen erneuten Anstieg der Gasnachfrage, während geplante Wasserstoffprojekte schrumpfen. Der Weg zu sauberer Energie bleibt holprig – mit anhaltenden Hürden bei Regulierung und Kosten.

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Gas spielt in Deutschlands Energiemix wieder eine größere Rolle. Sein Anteil am Primärenergieverbrauch stieg 2025 von 25,9 auf 26,9 Prozent. Die Nachfrage wuchs im Vergleich zum Vorjahr um etwa 3 Prozent und kehrte damit den Rückgang der letzten Jahre teilweise um. Gaskraftwerke springen weiterhin ein, wenn erneuerbare Energien wie Wind und Sonne weniger Strom liefern.

Die Wasserstoffpläne des Landes hingegen kommen nur schleppend voran. Die fest eingeplante Elektrolysekapazität ist stark gesunken – von 11,3 Gigawatt (GW) im Jahr 2024 auf nur noch 7,2 GW. Lediglich 1,3 GW der Projekte befinden sich aktuell im Bau oder haben eine finale Investitionsentscheidung erhalten. Eines dieser Vorhaben, der "Schlafende Riese" in Lichtenau (Westfalen), startete im Frühjahr 2024 mit dem Bau und soll noch in diesem Jahr überschüssigen Windstrom nutzen.

Bei der Infrastruktur gibt es immerhin Fortschritte: Rund 525 Kilometer Wasserstoff-Pipelines wurden 2025 fertiggestellt und bilden das Rückgrat des künftigen deutschen Wasserstoffnetzes. Doch langfristige Abnahmeverträge fehlen weitgehend, sodass viele Projekte in der Warteschleife hängen. Hohe Strompreise und unklare Vorschriften verzögern die Skalierung von Wasserstoff zusätzlich.

Trotz dieser Bemühungen bleibt Deutschlands Stromsektor kohlenstoffintensiver als in Ländern, die die Kohle bereits auslaufen lassen. Die Verzögerungen beim Wasserstoffausbau könnten fossile Energieträger länger im Mix halten, als geplant.

Deutschland sieht sich nun einer doppelten Energieherausforderung gegenüber: Der Gasverbrauch steigt, während die Wasserstoffentwicklung wegen wirtschaftlicher und regulatorischer Hindernisse stockt. Da nur ein Bruchteil der geplanten Kapazitäten vorankommt, hängen die Klimaziele des Landes davon ab, ob Politik und Investitionen schneller voranschreiten.