EU und Deutschland planen Sonderzölle gegen Chinas unfaire Wettbewerbsvorteile im Maschinenbau
Marie KrügerEU und Deutschland planen Sonderzölle gegen Chinas unfaire Wettbewerbsvorteile im Maschinenbau
Die Europäische Union unternimmt Schritte, um unfaire Konkurrenz aus China einzudämmen – insbesondere in Branchen wie dem Maschinenbau. Zu den jüngsten Maßnahmen zählen strengere Investitionsprüfungen und die Abschaffung von Zollbefreiungen für Kleinstimporte. Doch Experten betonen, dass noch mehr getan werden muss, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) hat die deutsche Regierung nun aufgefordert, "Ausgleichszölle" einzuführen, um Chinas wirtschaftliche Vorherrschaft entgegenzuwirken. Diese Sonderzölle sollen gezielt Branchen treffen, in denen staatliche Subventionen und Währungsmanipulationen aus China den Wettbewerb verzerren.
Die EU hat bereits Regeln verschärft, um Chinas Wettbewerbsvorteile zu verringern. Im Dezember 2025 wurde die EU-Investitionsprüfverordnung überarbeitet, um ausländische Direktinvestitionen stärker auf Sicherheitsrisiken zu prüfen. Zudem strich die Union die Bagatellgrenze für Zollabgaben auf Kleinsendungen – ein Kostenvorteil für chinesische Importe entfiel damit. Dennoch steigen die Einfuhren aus China weiter an, was Forderungen nach konsequenteren und abgestimmten Maßnahmen in der gesamten EU laut werden lässt.
Jürgen Matthes, Handelsökonom am IW Köln, schlägt vor, durch Zölle die unfaire Konkurrenz auszugleichen. Er betont, dass diese Abgaben nur dort greifen sollten, wo die heimische Produktion auch ohne Subventionen wettbewerbsfähig ist. Im Fokus stehen dabei Branchen wie der Maschinenbau, in denen staatliche Unterstützung aus China den Markt verzerrt hat.
Matthes stellt klar, dass es sich bei den Zöllen nicht um protektionistische, sondern um korrektive Maßnahmen handle. Ihr Ziel sei es, faire Wettbewerbsbedingungen wiederherzustellen – und nicht, China zu bestrafen. Gleichzeitig warnt er, dass Verzögerungen bei der Umsetzung die Ungleichgewichte weiter verschärfen könnten, und drängt die Politik zum schnellen Handeln.
Die bisherigen EU-Maßnahmen haben den Anstieg chinesischer Importe nicht vollständig gestoppt. Experten fordern nun gezielte Zölle, um Schlüsselindustrien zu schützen. Ohne schnellere und einheitlichere Schritte bleibt das Risiko langfristiger Marktverzerrungen bestehen.
