FDP in der Krise: Dürr unter Druck – kann Henning Höne die Partei retten?
Lara MeyerFDP in der Krise: Dürr unter Druck – kann Henning Höne die Partei retten?
Die Freie Demokratische Partei (FDP) steht vor wachsender Unsicherheit in der Führungsfrage. Nach einer Reihe schlechter Umfragewerte und jüngster Wahlniederlagen gerät Bundesvorsitzender Christian Dürr zunehmend unter Druck. Gleichzeitig kristallisiert sich Henning Höne, Landesvorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen, als möglicher Nachfolger heraus – warnt jedoch, dass ein bloßer Wechsel an der Spitze die tiefer liegenden Probleme der Partei nicht lösen werde.
Die aktuellen Schwierigkeiten der FDP stehen in scharfem Kontrast zu ihrem Aufschwung im Jahr 2017. Damals führte Christian Lindner die Partei in Nordrhein-Westfalen zu einem starken Ergebnis bei den Landtagswahlen und trug maßgeblich dazu bei, dass die FDP später im selben Jahr mit 10,7 Prozent der Stimmen wieder in den Bundestag einzog. Doch seit der Bundestagswahl 2025 ist die Partei in das abgestürzt, was Höne nun als "existenzielle Krise" und "tiefen Abwärtstrend" bezeichnet. Aktuelle Umfragen, wie eine Erhebung des Instituts INSA mit nur noch 3,5 Prozent Zustimmung, unterstreichen das Ausmaß des Niedergangs.
Höne zeigt sich in seinen öffentlichen Äußerungen zurückhaltend. In einem jüngsten Interview vermied er eine klare Unterstützung für Dürr, der seit dem schwachen Abschneiden der FDP bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg in der Kritik steht. Zwar wird Höne selbst als möglicher neuer Bundesvorsitzender gehandelt, doch betont er, dass ein Führungswechsel allein die Probleme der Partei nicht beheben werde.
Auch andere Namen werden als potenzielle Nachfolger genannt, darunter Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Wolfgang Kubicki, Bijan Djir-Sarai und Linda Teuteberg. Der nächste Bundesparteitag, auf dem die Führungsfrage thematisiert werden könnte, ist für den 30. und 31. Mai 2026 in Berlin angesetzt. Bisher gibt es jedoch keine klaren Hinweise darauf, welche politische Ausrichtung die FDP unter Hönes Landesführung in Nordrhein-Westfalen einschlagen wird.
Die FDP befindet sich an einem Scheideweg: Die Führung steht auf dem Prüfstand, die Unterstützung schwindet. Die nächsten Schritte der Partei werden voraussichtlich von den Beschlüssen des Parteitags 2026 abhängen. Bis dahin dauern die internen Debatten an, wie der Abwärtstrend umgekehrt werden kann – doch schnelle Lösungen sind nicht in Sicht.