FDP zerrissen: Machtkampf um Kurs zwischen Dürr und Höne eskaliert
Die Freie Demokratische Partei (FDP) steht vor internen Spannungen über ihre politische Ausrichtung – kurz vor der anstehenden Führungsentscheidung im Mai. Der ehemalige Generalsekretär Volker Wissing hat die aktuelle libertäre Haltung der Partei unter Christian Dürr kritisiert und moniert, dass sie damit keine Wahlen gewinnen könne. Der Streit entzündet sich, während die FDP sich zwischen Dürr und Henning Höne als neuem Vorsitzenden entscheiden muss.
Wissing, der die FDP nach dem Scheitern von Bundeskanzler Olaf Scholz' Ampelkoalition verließ, bleibt als Parteiloser im Kabinett. Er fordert die Liberalen auf, den Wählern eine klarere Vision zu präsentieren, und warnt, dass die jüngere Rechtsverschiebung der Partei nicht zu Wahlerfolgen geführt habe. Seine Äußerungen folgen auf enttäuschende Ergebnisse der FDP bei den Landtagswahlen 2026 in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
Seit Dürr im Mai 2025 den Parteivorsitz übernahm, hat die FDP ihre marktliberale Linie konsequent verfolgt und Forderungen nach einem Kurswechsel – etwa von der Abgeordneten Marie-Agnes Strack-Zimmermann – zurückgewiesen. Dürr setzt auf kompromisslosen Wirtschaftsliberalismus, um Wähler anzusprechen, die das Gefühl haben, ihre Leistung werde nicht mehr belohnt. Auf dem anstehenden Parteitag wird entschieden, ob Dürr oder Höne die FDP in die Zukunft führen wird.
Der Führungsstreit offenbart die Gräben innerhalb der FDP über ihre künftige Ausrichtung. Angesichts von Wissings Abgang und anhaltenden Wahlniederlagen muss die Partei nun entscheiden, ob sie ihren bisherigen Kurs beibehält oder eine strategische Neuausrichtung wagt. Das Ergebnis der Mai-Konferenz wird die Weichen für die kommenden Jahre stellen.






