05 June 2026, 19:32

GDL-Streik legt Deutschlands Bahnverkehr für 35 Stunden lahm – und es wird noch unberechenbarer

Lokführer-Sprecher im Interview: Seine Meinung zu den Bahnstreiks

GDL-Streik legt Deutschlands Bahnverkehr für 35 Stunden lahm – und es wird noch unberechenbarer

Deutschlands Bahnnetz steht vor einer erneuten schweren Störung, nachdem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ihren fünften Streik gestartet hat. Diesmal soll die Arbeitsniederlegung 35 Stunden dauern und sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr lahmlegen. Auch die Luftfahrtbranche muss mit Auswirkungen rechnen: Die Gewerkschaft ver.di hat aus Solidarität eigene Streiks angekündigt.

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Die jüngste Aktion der GDL folgt auf wiederholte Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen. Eine der zentralen Forderungen der Gewerkschaft ist die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden – bei vollem Lohnausgleich. Lokomotivführer wie Jörg aus Köln unterstützen den Streik und argumentieren, dass die aktuellen Bedingungen nicht mehr tragbar seien. Durch massiven Personalmangel würden viele Schichten mittlerweile 50 oder sogar 55 Stunden dauern.

Die Deutsche Bahn verurteilte den Streik als unfair gegenüber den Fahrgästen. Das Unternehmen bezeichnet die Auswirkungen als unverhältnismäßig und warnt vor flächendeckenden Verspätungen. GDL-Chef Claus Weselsky hingegen drohte, künftige Streiks könnten ohne die übliche 48-stündige Vorankündigung stattfinden.

Die anhaltenden Arbeitskämpfe sorgen bei Reisenden und Beschäftigten gleichermaßen für Frust. Jörg gibt zu, von Freunden und Familie für die Streiks kritisiert zu werden. Dennoch betont er: Ohne Veränderungen werde sich der Druck auf die Lokomotivführer weiter verschärfen.

Der 35-stündige Ausstand wird weite Teile des deutschen Schienennetzes zum Erliegen bringen. Da keine schnelle Lösung in Sicht ist, sind weitere Beeinträchtigungen wahrscheinlich. Die neue Taktik der GDL – der Verzicht auf Vorwarnzeiten – könnte künftige Streiks zudem schwerer planbar machen.

Quelle