08 February 2026, 14:20

Gedenkmarsch in Dortmund erinnert an fünf obdachlose Menschen nach tödlichem Winter

Ein altes Foto einer Stadtstraße mit einer Tram, Gebäuden mit Fenstern, Menschen, die spazieren gehen, Fahrrädern und einem bewölkten Himmel, mit Text oben und unten auf dem Bild.

Gedenkmarsch in Dortmund erinnert an fünf obdachlose Menschen nach tödlichem Winter

Dortmunder Initiative organisiert Gedenkmarsch für fünf obdachlose Menschen, die diesen Winter starben

Die Dortmunder Initiative "Schlafen statt Strafe" ruft zu einem Gedenkmarsch auf, um an fünf Obdachlose zu erinnern, die in diesem Winter ums Leben kamen. Die Gruppe wirft der Stadt vor, durch ihre Politik zu diesen Todesfällen beigetragen zu haben. Eine von ihnen, Marlies S., eine ehemalige Sozialarbeiterin, starb im Februar – nachdem sie wegen behördlicher Maßnahmen ihren Schlafplatz räumen musste.

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Die Initiative sieht einen direkten Zusammenhang zwischen Marlies S.' Tod und dem Dortmunder Umgang mit Obdachlosigkeit. Während die Polizei ihre Strategie als "ausgewogenen Ansatz" beschreibt – eine Mischung aus Kontrollen und Hilfsangeboten –, kritisieren Aktivist:innen, dass sie schutzbedürftige Menschen nicht ausreichend schütze. Sie fordern sofortige Änderungen, darunter mehr öffentliche Toiletten, zugängliche Notunterkünfte ohne Einschränkungen und durchgehend geöffnete Wärmehallen.

Darüber hinaus verlangt die Gruppe einen Kältebus und ein Ende der Kriminalisierung von Obdachlosigkeit. Ihr übergeordnetes Ziel ist es, Würde und sichere Lebensbedingungen für Menschen ohne Wohnung zu gewährleisten. Stefan Cramer, der seit neun Jahren auf Dortmunder Straßen lebt, unterstützt die Forderungen nach mehr Wohnraumlösungen. Derzeit in einem Abstellraum untergekommen, hofft er bald eine eigene Wohnung zu finden.

Laut der Initiative zeigen Stadtvertreter:innen zwar zunehmend Problembewusstsein – doch konkrete Taten blieben aus. Die Aktivist:innen betonen: Ohne bessere Unterkunftsangebote und Unterstützung werde es weiter Todesopfer geben.

Der Gedenkmarsch soll an die fünf Toten dieses Winters erinnern. Zu den Forderungen der Initiative zählen praktische Maßnahmen wie offene Unterkünfte und öffentliche Einrichtungen. Die Organisator:innen hoffen, dass ihr Engagement zu nachhaltigen politischen Veränderungen in Dortmund führt.