Gedenkmarsch in Lünen ehrt NS-Opfer mit bewegenden Stationen und Musik
Marie KrügerGedenkmarsch in Lünen ehrt NS-Opfer mit bewegenden Stationen und Musik
Rund 100 Menschen versammelten sich am 27. Januar in Lünen zu einem Gedenkmarsch für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Veranstaltung fiel mit dem bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zusammen. Organisiert von lokalen Initiativen, führte der Marsch zu historischen Stätten in der gesamten Stadt.
Der Marsch begann auf dem Evangelischen Friedhof an der Kirchhofstraße, wo Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg eine Eröffnungsrede hielt. Sie betonte die Bedeutung der lokalen Erinnerungskultur und die gesellschaftliche Verantwortung, diese Geschichten lebendig zu halten.
Die Route führte weiter zur Viktoriaschule, zum Hauptbahnhof sowie zu mehreren Stolperstein-Standorten – jenen kleinen Messingtafeln im Gehweg, die an aus Lünen deportierte Menschen erinnern. Unter den Gedenkkenden waren Mitglieder der Familien Rose, Salomons, Terhoch und Aronstein sowie die Überlebende Ilse Arndt, die 1913 in Lünen geboren wurde und Auschwitz überlebte. Eine weitere Station war das Holocaust-Mahnmal an der Lippe.
An jedem Halt berichteten Vertreter der Initiative Stolpersteine Lünen, des Lünener Stadtmuseums und lokale Gästeführer von historischen Ereignissen, persönlichen Schicksalen und reflektierten über die Erinnerungskultur. Das Lünen-Süd-Blasorchester begleitete den Marsch musikalisch und verlieh der Veranstaltung eine feierlich-ernste Atmosphäre.
Der Marsch endete mit einem gemeinsamen Treffen im Gemeindezentrum St. Georg, wo die Organisatoren die hohe Teilnehmerzahl positiv bewerteten. Sie kündigten an, den Gedenkmarsch künftig als festen Bestandteil der Lünener Erinnerungskultur zu etablieren.
Die Veranstaltung stand für ein gemeinsames Bemühen, der unter dem Nationalsozialismus Verfolgten zu gedenken. Mit 69 Stolpersteinen in Lünen unterstrich der Marsch das Engagement der Stadt, das Gedenken wachzuhalten. Die Organisatoren wollen den Erfolg in diesem Jahr als Grundlage für künftige Gedenkveranstaltungen nutzen.
