Gehaltsstreit im Solinger Klinikum: Bürgergemeinschaft wirft Parteien Intransparenz vor
Lara MeyerGehaltsstreit im Solinger Klinikum: Bürgergemeinschaft wirft Parteien Intransparenz vor
Die Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS) hat eine Entscheidung der örtlichen Parteien, die Gehaltsbedingungen im Krankenhaus unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu verhandeln, scharf kritisiert. CDU, FDP und SPD verlagerten die Gespräche hinter verschlossene Türen – ein Schritt, der bei der Organisation auf vehementen Widerspruch stieß. Vertreter der BfS werfen den Parteien vor, damit Transparenz und Fairness gegenüber dem Krankenhauspersonal zu untergraben.
Krankenhausmitarbeiter in Deutschland leisten unverzichtbare öffentliche Dienste, doch ihre Bezahlung entspricht oft nicht der Bedeutung ihrer Arbeit. Die BfS wirft dem Städtischen Klinikum Solingen vor, wirtschaftliche Schwierigkeiten als Vorwand für Lohnkürzungen zu nutzen. Nach Ansicht der Organisation riskiert dieser Kurs, qualifizierte Fachkräfte zu vertreiben und potenzielle neue Mitarbeiter abzuschrecken.
Der BfS-Sprecher Martin Bender bezeichnete die neue Gehaltsstruktur des Krankenhauses als „nahezu zynisch“. Sie schaffe unsichere Arbeitsbedingungen und stehe im Widerspruch zu den Grundwerten der Einrichtung. Jan Salewski, ebenfalls von der BfS, betonte, dass derart weitreichende Entscheidungen einer offenen, öffentlichen Debatte bedürften – statt geheimen Ausschusssitzungen.
Zudem warf die BfS den drei Parteien vor, sich in dieser Frage nicht mehr glaubwürdig für die Interessen der Beschäftigten einsetzen zu können. Indem sie die Verantwortung an die BfS und die Grünen abschöben, hätten sie sich komplett aus der Diskussion ausgeklinkt.
Die Organisation hält Lohnkürzungen als Lösung für finanzielle Probleme für keinen nachhaltigen Weg. Vielmehr warnt sie, dass die aktuelle Vorgehensweise des Krankenhauses die Mitarbeiterbindung und -gewinnung gefährde. Die BfS fordert weiterhin ein öffentliches und transparentes Verfahren zur Beilegung des Gehaltsstreits.
