22 February 2026, 16:15

Gericht zwingt X: Fake-Profil von Jan Böhmermann muss verschwinden

Ein Mann im Anzug und Krawatte spricht vor einer Wand in ein Mikrofon, wahrscheinlich in Reaktion auf Nachrichten über ein Regierungsgesetz zur Verbots des Internets.

Gericht zwingt X: Fake-Profil von Jan Böhmermann muss verschwinden

Ein deutsches Gericht hat X angewiesen, ein gefälschtes Profil zu sperren, das den Satiriker Jan Böhmermann nachahmt. Der Account, der seinen Namen und sein Bild nutzte, veröffentlichte wiederholt Inhalte, die darauf abzielten, Feindseligkeit gegen ihn zu schüren. Böhmermanns Anwaltsteam drängt nun auf weitere Schritte gegen die Plattform.

Das Landgericht Köln erließ eine einstweilige Verfügung gegen X und zwang das Unternehmen damit, das Fake-Profil zu löschen. Unter dem Namen "Jan Boehmermann (Parodie) ZDF Neo Royale" imitierte der Account das echte Profilbild Böhmermanns und veröffentlichte mehrmals täglich Beiträge. Ziel war es laut eigenen Angaben, Hass zu schüren und rechtsextreme Nutzer auf der Plattform gegen den Komiker zu mobilisieren.

Böhmermanns Anwälte wollen den Fall weiter vorantreiben und verlangen von X Offenlegung, wie hohe Einnahmen das Unternehmen durch Fake-Profile und Desinformation unter seinem Namen erzielt. Zwar gibt es keine offiziellen Zahlen zu solchen Erträgen, doch das Jurateam will die finanziellen Verstrickungen der Plattform mit manipulativen Inhalten aufdecken. X behält sich vor, gegen die Gerichtsentscheidung vorzugehen.

Über den aktuellen Rechtsstreit hinaus nutzt Böhmermann den Fall, um auf grundsätzliche Probleme hinzuweisen: die Rolle von X bei der Verbreitung schädlicher Identitätsdiebstähle und unkontrollierter Falschinformationen.

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Die einstweilige Verfügung stellt einen ersten Schritt dar, X für Fake-Accounts zur Verantwortung zu ziehen, die sich gegen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens richten. Böhmermanns Forderung nach Transparenz bei den Einnahmen aus Desinformation könnte Präzedenzfall für ähnliche Verfahren werden. Die Plattform steht nun unter Druck, möglicherweise finanzielle Details zu manipulativen Inhalten offenzulegen.