GLS Bank rudert nach Kontostreit mit DKP und Roter Hilfe zurück
GLS Bank gerät nach Kontoschließungen für DKP und Rote Hilfe unter massiven Druck
Die GLS Bank sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem sie Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) sowie der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe gekündigt hatte. Tausende unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie die Bank vor einem schweren Vertrauensverlust warnten – sofern die Entscheidung nicht rückgängig gemacht werde. Proteste brachen aus.
Auslöser der Kontroverse war die Kontoschließung durch die GLS Bank, die sich auf gesetzliche Meldepflichten bei verdächtigen Transaktionen berief – im Rahmen der Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsbekämpfung. Das Führungsteam der Bank, das inzwischen ohne die Sprecherin Aysel Osmanoğlu auskommen muss, verteidigte den Schritt als rein regulatorische Maßnahme und wies Vorwürfe politischer Voreingenommenheit zurück.
Unterdessen verfügte ein Gericht, dass die Sparkasse Göttingen die Konten der Roten Hilfe vorläufig offenhalten muss. Die GLS Bank ihrerseits führte Gespräche mit betroffenen Kunden und beriet sie, wie sich Transaktionen vermeiden lassen, die Compliance-Warnungen auslösen könnten. Trotz der Aufregung wurde der dreiköpfige Vorstand der Bank von 676 der 720 Mitglieder auf der Generalversammlung bestätigt. Auch der Aufsichtsrat, dem die scheidende Vorsitzende Irene Reifenhäuser-Karnath angehört, erhielt starke Rückendeckung.
Auf Druck von Aktivisten lenkte die GLS Bank teilweise ein: Die Konten der Roten Hilfe bleiben nun doch bestehen. Die Bank betonte jedoch weiterhin, dass ihre Handlungen allein auf rechtlichen Vorgaben beruhten – und nicht auf politischen Motiven.
Der Streit verdeutlicht die Spannungen zwischen Finanzregulierung und aktivistischen Gruppen. Zwar behielt die GLS Bank die breite Unterstützung ihrer Mitglieder, doch die Proteste zwangen sie zum Umdenken bei den Kontoschließungen. Der Zugang der Roten Hilfe zum Bankensystem ist – vorerst – gesichert.






