Günther Jauch kauft Loriots historisches Haus am Starnberger See
Günther Jauch hat das historische Anwesen am Starnberger See erworben, das einst Vicco von Bülow gehörte – dem legendären deutschen Komiker, der unter seinem Künstlernamen Loriot bekannt wurde. Das Haus besitzt großen kulturellen Wert, denn von Bülow, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie und avancierte zu einem der beliebtesten Satiriker Deutschlands. Jauchs Kauf könnte auf seiner langjährigen Bewunderung für Loriots scharfen Humor beruhen.
Vicco von Bülow feierte in den 1950er-Jahren erste Erfolge mit geistreichen Büchern wie Unentbehrlicher Ratgeber für den Umgang in besseren Kreisen und Glücklich verführt: 20 erprobte Liebestrick von zwei Kennern. Später inszenierte er zwei Kultfilme: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), beide mit Evelyn Hamann in einer Hauptrolle. Obwohl viele annehmen, das Haus am Starnberger See sei ein zentraler Drehort gewesen, sprechen die Fakten dagegen.
Ödipus (1974) entstand in Wien, während Pappa ante Portas größtenteils in Münchner Studios und an Originalschauplätzen gedreht wurde. Szenen wie Heinrich Lohses Kündigung spielten sich im Axel-Springer-Hochhaus in Berlin ab, Renate Lohses Mutter feierte ihren Geburtstag am Ahlbecker Pier auf Usedom. Der berühmte Speisesaal der Familie Lohse aus dem Film ist zwar noch erkennbar, doch die Figur Dieter Lohse sucht man auf aktuellen Bildern des Hauses vergeblich.
Jauch ist es nicht neu, kulturelle Denkmäler zu bewahren: Bereits die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam unterstützte er. Mit dem Erwerb von Loriots ehemaligem Domizil setzt er diese Tradition fort und sichert so ein Stück deutscher Komödiengeschichte.
Das Anwesen am Starnberger See gehört nun Jauch, der es möglicherweise umnutzen oder in seinem ursprünglichen Zustand erhalten wird. Zwar dienten andere Orte als Hauptdrehorte für Loriots Filme, doch das Haus bleibt eng mit seinem Vermächtnis verbunden. Seine Zukunft wird wohl sowohl seine künstlerische Vergangenheit als auch Jauchs Engagement für den kulturellen Erhalt widerspiegeln.