22 March 2026, 10:07

Hambacher Tagebau wird zum See – 45-Kilometer-Pipeline startet Flutung mit Rheinwasser

Alte Karte des Rheins in Deutschland, die Flüsse, Städte und Gewässer zeigt, mit Text oben und unten.

Hambacher Tagebau wird zum See – 45-Kilometer-Pipeline startet Flutung mit Rheinwasser

Ein großes Vorhaben zur Flutung des Braunkohletagebaus Hambach mit Rheinwasser hat offiziell begonnen. Das Projekt umfasst den Bau einer 45 Kilometer langen Pipeline, die Wasser in die riesige Grube leiten soll; die Befüllung soll 2030 starten. Sowohl Behörden als auch Kritiker diskutieren die langfristigen Auswirkungen des Plans auf Umwelt und Anwohner.

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Der erste Spatenstich für die Pipeline markiert den Auftakt eines jahrzehntelangen Prozesses, der den Tagebau Hambach in einen See verwandeln soll. Das System wird aus 10.000 Rohren bestehen, von denen einige einen Durchmesser von bis zu 2,2 Metern haben, um Rheinwasser zur Grube zu transportieren. Die Befüllung wird voraussichtlich 40 Jahre dauern, wobei selbst danach ein kontinuierlicher Wasserzufluss erforderlich sein wird.

Lars Kulik, Vorstandsmitglied von RWE, bezeichnete das Projekt als Symbol für Verlässlichkeit und Zukunftspotenzial. Er betonte Pläne für neue Seen, geschützte Feuchtgebiete sowie Chancen im Tourismus und bei der Beschäftigung. Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller nannte den Spatenstich einen Beleg für den Strukturwandel und prognostizierte, der künftige "Elsdorfer See" werde der Stadt mehr Aufmerksamkeit bringen.

Allerdings steht die Genehmigung zur Einleitung von Wasser in Hambach noch aus. Die Bezirksregierung Arnsberg will das Zulassungsverfahren im Herbst einleiten. Der Tagebau Garzweiler soll 2036 folgen, während die kleinere Grube Inden ab 2030 mit Wasser aus der Rur geflutet wird.

Kritiker äußern Bedenken hinsichtlich der Wasserqualität. Umweltverbände wie der BUND und "Alle Dörfer bleiben" warnen, der Rhein enthalte bis zu 30.000 chemische Verbindungen, deren Auswirkungen oft unklar seien. Zudem verweisen sie auf Risiken durch Pyritvorkommen in den Abraumhalden, die das Grundwasser dauerhaft mit Sulfat belasten könnten. Andreas Büttgen von der Initiative Bürirer für Bürir nannte RWEs Vorgehen eine "erstklassige Strategie", warnte jedoch, das Unternehmen könnte das Projekt künftig aufgeben.

Der Pipeline-Bau leitet eine langfristige Umgestaltung des Tagebaus Hambach ein. Bei erfolgreicher Umsetzung entstehen zwar neue Gewässer, doch erfordert das Vorhaben eine kontinuierliche Überwachung der Umweltfolgen. Der Erfolg des Plans hängt von behördlichen Genehmigungen und dem langfristigen Engagement von RWE in den kommenden Jahrzehnten ab.

Quelle