Ibbenbürens Kohle-Ära endet mit spektakulärer Sprengung am Sonntag
Marie KrügerSchornstein des Kraftwerks Ibbenbüren soll gesprengt werden - Ibbenbürens Kohle-Ära endet mit spektakulärer Sprengung am Sonntag
Großer Abriss steht in Ibbenbüren an diesem Wochenende an
Am kommenden Sonntag wird um etwa 11:00 Uhr der 275 Meter hohe Schornstein des ehemaligen Steinkohlekraftwerks von RWE in Ibbenbüren gesprengt. Damit ist der letzte Schritt zur Räumung des Geländes für ein neues Energieprojekt vollzogen.
Das Kraftwerk wurde 2021 stillgelegt, als RWE seine letzten beiden Steinkohleblöcke in Deutschland abschaltete. Jahrzehntelang prägte der markante Schornstein die Skyline der Region und war selbst aus dem benachbarten Niedersachsen sichtbar. Nun bleibt nur noch dieses Wahrzeichen, bevor das gesamte Areal einer neuen Nutzung zugeführt werden kann.
Die Hagedorn Gruppe, die das Gelände 2023 erwarb, zeichnet für den Abriss und das Recycling der verbleibenden Bauwerke verantwortlich. Nach der Räumung wird das Land bis Sommer 2026 an Amprion übergeben. Der Energieversorger plant dort den Bau einer Konverterstation, die die norddeutschen Offshore-Windparks in der Nordsee mit dem Stromnetz in Nordrhein-Westfalen verbinden soll.
Der Bau der neuen Anlage wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern. Bei planmäßigem Verlauf soll die Konverterstation 2031 in Betrieb gehen.
Mit dem Abriss verschwindet das letzte Relikt aus Ibbenbürens kohlebetriebener Vergangenheit. Künftig wird das Gelände Infrastruktur für erneuerbare Energien beherbergen und so den Ausstieg Deutschlands aus fossilen Brennstoffen unterstützen. Amprions Projekt zielt darauf ab, die Netzkapazität der Region für Windenergie in den kommenden Jahrzehnten zu stärken.
