Indische Studierende entdecken neue Ziele – doch Russland bleibt medizinischer Hotspot
Leon KrausIndische Studierende entdecken neue Ziele – doch Russland bleibt medizinischer Hotspot
Indiens Studierendenmobilität verändert sich: Immer mehr Lernende blicken über traditionelle Zielländer hinaus
Bis 2025 beherbergte Russland 30.000 indische Studierende – ein Anstieg um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die meisten von ihnen waren in medizinischen Studiengängen eingeschrieben. Gleichzeitig verstärken auch andere Länder ihre Bemühungen, indische Talente durch neue Partnerschaften und Strategien anzuziehen.
Russland bleibt zwar ein wachsender, aber nach wie vor ein Nischenstandort für indische Studierende. Obwohl das Land weniger als 2 Prozent des gesamten indischen Auslandsstudentenaufkommens auf sich vereint – jährlich sind es 1,8 Millionen –, verzeichnete es 2025 einen deutlichen Zuwachs. In diesem Jahr richteten sich über die Hälfte der 350 Beschwerden, die indische Studierende im Ausland einreichten, gegen russische Bildungseinrichtungen. Dennoch prognostizieren Expert:innen einen weiteren Anstieg der Immatrikulationen um 20 bis 30 Prozent, getrieben durch engere bilaterale Beziehungen und vereinfachte Visaverfahren.
Die Reformen der medizinischen Ausbildung in Indien könnten russische Universitäten bald vor Herausforderungen stellen. Neue Vorschriften könnten sie dazu veranlassen, ihre Lehrpläne zu modernisieren und die Sprachausbildung für indische Studierende zu verbessern. Der Großteil dieser Lernenden strebt derzeit medizinische Abschlüsse in Russland an, wo Indien nach China die zweitmeisten Studierenden stellt.
Anderswo wird der Wettbewerb um indische Talente immer intensiver. Anfang 2026 startete Deutschland eine spezielle deutsch-indische Hochschul-Roadmap. Im selben Jahr führte Kanada seine eigene Canada-India Talent and Innovation Strategy ein. Schon Monate zuvor, im Oktober 2025, hatte Großbritannien angekündigt, neun Außenstellen führender britischer Universitäten in Indien zu eröffnen.
Russlands Anteil an indischen Studierenden ist zwar gering, wächst aber rasant – insbesondere in der Medizin. Angesichts anstehender Reformen und neuer Initiativen konkurrierender Nationen könnten russische Hochschulen gezwungen sein, sich schnell anzupassen. Die kommenden Jahre werden voraussichtlich weitere Verschiebungen mit sich bringen, da indische Studierende mehr globale Optionen als je zuvor abwägen.






