Indischer Stahlriese Jindal Steel will Thyssenkrupps Stahlsparte komplett übernehmen
Marie KrügerIndischer Stahlriese Jindal Steel will Thyssenkrupps Stahlsparte komplett übernehmen
Thyssenkrupps Stahlsparte steht im Fokus eines neuen Übernahmeangebots. Der indische Stahlkonzern Jindal Steel hat ein unverbindliches Angebot zur vollständigen Übernahme des deutschen Geschäfts vorgelegt. Der Vorstoß erfolgt, nachdem frühere Pläne für ein Joint Venture mit dem tschechischen Milliardär Daniel Křetínský ins Stocken geraten waren.
Ursprünglich hatte Thyssenkrupp beabsichtigt, seine Stahlaktivitäten mit Křetínskys Gruppe zusammenzuführen. Doch Jindals Vorschlag eröffnet der Sparte, die im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro erzielte, eine neue Perspektive.
Jindal Steel, einer der größten integrierten Stahlproduzenten Indiens, unterbreitete ein indikatives Angebot. Das Unternehmen ist global tätig, unterhält Projekte in Afrika und Australien und verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 12 Milliarden Euro. Die operative Gewinnmarge lag bei 22 Prozent – deutlich über dem bereinigten Ergebnis von Thyssenkrupp Steel in Höhe von 261 Millionen Euro.
Der indische Konzern verpflichtete sich, mehr als 2 Milliarden Euro in die bestehenden Standorte von Thyssenkrupp zu investieren. Ein zentrales Vorhaben ist die Fertigstellung des Direktreduktionswerks (DRI) in Duisburg. Zudem strebt Jindal an, die Sparte zum größten klimaneutralen Stahlproduzenten Europas umzubauen.
Thyssenkrupp wird das Angebot anhand dreier Kriterien prüfen: finanzielle Stabilität, Umweltziele und Arbeitsplatzsicherheit. Im Rahmen des früheren Joint-Venture-Plans behielten sowohl Thyssenkrupp als auch Křetínský das Recht, den Verkauf eines 20-Prozent-Anteils rückgängig zu machen. Nun muss das Unternehmen Jindals Vorschlag gegen seine langfristige Strategie abwägen.
Das Angebot von Jindal Steel könnte die Zukunft von Thyssenkrupps Stahlsparte neu gestalten. Bei einer Annahme würde die Transaktion erhebliche Investitionen und einen Fokus auf grüne Produktion mit sich bringen. Die endgültige Entscheidung Thyssenkrupps hängt davon ab, ob das Angebot mit seinen wirtschaftlichen und Nachhaltigkeitszielen im Einklang steht.






