14 April 2026, 18:09

Internetwirtschaft boomt – doch Infrastruktur und Politik bremsen das Wachstum aus

Plakat mit der Aufschrift "19 Millionen Haushalte sparen monatlich 30-75 USD auf High-Speed-Internet" mit einem Logo.

Internetwirtschaft boomt – doch Infrastruktur und Politik bremsen das Wachstum aus

Deutschlands Internetwirtschaft steht vor rasantem Wachstum – doch politische Untätigkeit und Infrastrukturengpässe könnten den Aufschwung bremsen, bevor er richtig Fahrt aufnimmt. Laut Prognosen wird der Umsatz von 245 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 389 Milliarden Euro bis 2030 steigen. Doch Branchenvertreter warnen: Ohne Gegensteuer droht die Expansion zu scheitern.

Der eco-Verband erwartet für die deutsche Internetwirtschaft in den kommenden fünf Jahren ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 9,7 Prozent. Treiber sind die voranschreitende Digitalisierung und die zunehmende Nutzung von KI-Technologien. Trotz dieser positiven Aussichten steht das Land jedoch vor einem gravierenden Problem: einem akuten Mangel an Rechenzentrumskapazitäten.

Aktuell beträgt die Kapazität deutscher Rechenzentren nur ein Zwanzigstel derer in den USA. Bis 2030 soll zwar die IT-Anschlussleistung der deutschen Standorte um 50 Prozent steigen – von 2,4 auf 3,7 Gigawatt. Doch selbst dieser Ausbau wird nicht ausreichen. Der eco-Verband schätzt, dass die Nachfrage nach Rechenleistung das Angebot bis Ende des Jahrzehnts um das Drei- bis Fünffache übersteigen wird.

Oliver Süme, Vorsitzender des eco-Verbands, kritisiert, dass zögerliche Fortschritte beim Glasfaserausbau, die zurückhaltende Digitalisierung im Mittelstand und mangelnde Plattformkompetenz die Lage verschärfen. Ohne schnelles Handeln drohten Rechenlasten ins Ausland abzuwandern – mit gravierenden Folgen für die digitale Souveränität Deutschlands. Zudem fordert der Verband die Politik auf, für bezahlbaren Grundlaststrom zu sorgen. Hohe Industrie-Strompreise machten den Standort Deutschland für Unternehmen zunehmend unattraktiv.

Damit die Internetwirtschaft ihr Wachstumspotenzial ausschöpfen kann, müssen zentrale Herausforderungen bewältigt werden: der Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten, die Beschleunigung des Glasfasernetzes und die Sicherung wettbewerbsfähiger Strompreise. Gelingt dies nicht, könnte der erwartete Boom ins Stocken geraten – und Deutschland im globalen Digitalwettbewerb den Anschluss verlieren.

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