Klinik-Mitarbeiter protestieren gegen drohende Pleite der Kplus-Gruppe in NRW
Lara MeyerKlinik-Mitarbeiter protestieren gegen drohende Pleite der Kplus-Gruppe in NRW
Mitarbeiter der Kplus-Gruppe haben sich an Protesten in Solingen und Haan beteiligt. Bei den Kundgebungen wird eine bessere Finanzierung gefordert, um die steigenden Kosten zu decken und höhere Löhne durchzusetzen. Die Aktionen sind Teil einer breiteren Kampagne unter Führung des Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW).
Im Juni 2023 hatte die Kplus-Gruppe für drei ihrer vier Krankenhäuser Eigenverwaltungsanträge im Rahmen eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Unternehmen warnt nun, dass es innerhalb des nächsten Jahres zahlungsunfähig werden könnte, falls sich die Lage nicht verbessert. Die Beschäftigten fordern für 2024 eine Lohnerhöhung von zehn Prozent sowie eine nachhaltige Finanzierung, die der Inflation Rechnung trägt.
Allein in diesem Jahr sind bereits über 40 Krankenhausbetreiber in Deutschland in die Insolvenz gerutscht. Ingo Morell, Präsident der KGNW, betonte, dass ohne ausreichende Unterstützung weitere Einrichtungen zusammenbrechen könnten – mit gravierenden Folgen für Arbeitsplätze. Die Bundesregierung hat bisher eine ausreichende Kostenerstattung für die stark gestiegenen Betriebsausgaben abgelehnt.
Die Protestierenden fordern Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zum Handeln auf. Sie argumentieren, dass sofortige Maßnahmen notwendig seien, um die grundlegende Gesundheitsversorgung zu sichern. Die Demonstrationen fallen zusammen mit ähnlichen Protesten, die bundesweit stattfinden.
Die Zukunft der Kplus-Gruppe bleibt angesichts wachsender finanzieller Belastungen ungewiss. Ohne zusätzliche Mittel drohen Krankenhausschließungen und Personalabbau. Die Proteste unterstreichen die sich zuspitzende Krise im deutschen Gesundheitssystem.
