Kölner Prozess: Schweizer soll mit Offshore-Firmen Millionen an Steuern hinterzogen haben
Leon KrausProzess um die 'Panama Papers' in Deutschland beginnt - Kölner Prozess: Schweizer soll mit Offshore-Firmen Millionen an Steuern hinterzogen haben
In Köln hat ein Prozess gegen einen 56-jährigen Schweizer begonnen, dem vorgeworfen wird, Kunden mit Hilfe von Offshore-Firmen bei der Steuerhinterziehung unterstützt zu haben. Der Fall geht auf die Panama Papers zurück, die 2016 veröffentlicht wurden und verborgene Vermögen aufdeckten sowie weltweite Ermittlungen auslösten. Fast ein Jahrzehnt später ziehen sich die juristischen Folgen des Skandals weiterhin hin.
Der Angeklagte soll zwischen 2002 und 2019 kriminelle Netzwerke aufgebaut und Steuerhinterziehung ermöglicht haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, den Behörden durch seine Handlungen Einnahmen in Höhe von rund 13 Millionen Euro entzogen zu haben. Die Anklage umfasst 50 Offshore-Firmen, die angeblich genutzt wurden, um die wahren Eigentumsverhältnisse zu verschleiern und Steuern zu hinterziehen.
Die Panama Papers kamen Anfang 2016 ans Licht und enthüllten geheime Geschäfte von Briefkastenfirmen in Panama. Die Enthüllungen führten zu politischen Rücktritten in Island und Pakistan und lösten weltweit Steuerermittlungen aus. Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) erhielt später für seine Berichterstattung über den Skandal den Pulitzer-Preis.
Vor Gericht hat der Angeklagte eine Teilverantwortung eingeräumt und Bedauern geäußert. Sein Fall ist einer von vielen, die Jahre nach den ersten Enthüllungen noch immer verhandelt werden.
Der Prozess in Köln unterstreicht die langfristigen Auswirkungen der Panama Papers-Ermittlungen. Mit 13 Millionen Euro hinterzogener Steuern steht viel auf dem Spiel – der Fall zeigt, wie weiterhin versucht wird, Einzelpersonen für ihre Rolle in Offshore-Steuerschemata zur Rechenschaft zu ziehen. Das Urteil wird entscheiden, ob der Angeklagte für seine mutmaßliche Beteiligung an der Steuerhinterziehung bestraft wird.
