Kölner Taxikrieg: Proteste gegen Uber und geplante Mindestpreise für Fahrvermittler
Leon KrausMietwagen-Fahrer protestieren gegen 'Preisdiktat' - Kölner Taxikrieg: Proteste gegen Uber und geplante Mindestpreise für Fahrvermittler
Taxifahrer in Köln haben gegen Fahrvermittlungsdienste wie Uber protestiert und diesen vorgeworfen, durch unfaire Konkurrenz ihre Existenz zu gefährden. Die Stadt plant nun, den Mindestpreis für solche Apps auf mindestens 80 Prozent des regulären Taxitarifs anzuheben. Vor der anstehenden Ratssitzung zur Diskussion der Änderungen bahnt sich eine hitzige Debatte zwischen beiden Lagern an.
Rund 100 Taxifahrer bildeten einen Konvoi durch die Kölner Innenstadt, um auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Sie werfen den Fahrvermittlungsdiensten vor, durch niedrigere Preise und die Umgehung strenger Auflagen – wie der 24/7-Verfügbarkeitspflicht und der Annahmeplicht für Fahrten – Wettbewerbsnachteile zu schaffen. Die Taxibranche sieht darin eine verzerrte Wettbewerbssituation.
Der Stadtrat wird am 19. März über den Antrag zur Tariferhöhung beraten. Sollte dieser beschlossen werden, würden die Mindestpreise für Fahrten über Vermittlungsapps deutlich steigen. Aktuell kostet eine fünf Kilometer lange Taxifahrt in Köln etwa 20,50 Euro, während Fahrvermittler oft günstigere Preise anbieten.
Uber kritisierte die Pläne scharf und warnte vor durchschnittlichen Preiserhöhungen von über 50 Prozent. Das Unternehmen argumentiert, dass dies die Mobilität für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen deutlich verteuern würde. Gleichzeitig planen die lokalen Behörden auch eine weitere Anhebung der Taxitarife – was die Spannungen zwischen den beiden Gruppen zusätzlich verschärft.
Zum Vergleich: In New York liegen die Preise für eine fünf Kilometer lange Fahrt bei etwa 18 bis 23 Euro, in Paris bei durchschnittlich 15 bis 20 Euro im Standardtarif. Mit den geplanten Änderungen könnte Köln die Preise für Fahrvermittlungsdienste an diese internationalen Standards angleichen.
Die Entscheidung der Stadt wird sowohl Fahrer als auch Fahrgäste betreffen. Bei einer Tariferhöhung müssten Fahrvermittlungsdienste höhere Kosten tragen, während Taxiunternehmen von weniger Konkurrenz profitieren könnten. Das Ergebnis der Debatte am 19. März wird zeigen, wie sich die Mobilitätspreise in Köln künftig entwickeln.






