15 March 2026, 04:07

Kriminelles Netzwerk entsorgt 23.000 Tonnen Giftmüll illegal in NRW – Behörden schlagen zu

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Meldung von illegaler Müllentsorgung und Verschmutzung" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Kriminelles Netzwerk entsorgt 23.000 Tonnen Giftmüll illegal in NRW – Behörden schlagen zu

Langjährige Ermittlungen in Nordrhein-Westfalen decken kriminelles Netzwerk zur illegalen Entsorgung von Sondermüll auf

Eine seit langem laufende Untersuchung in Nordrhein-Westfalen hat ein kriminelles Netzwerk aufgedeckt, das in die illegale Entsorgung von gefährlichem Abfall verwickelt ist. Die Behörden haben einem Abfallvermittler aus Unna vorgeworfen, illegale Deponien betrieben, Betrug begangen und mit gefährlichen Stoffen unsachgemäß umgegangen zu sein. Im Mittelpunkt des Falls steht die großflächige Entsorgung von belastetem Erdreich an mehreren Standorten, darunter ein Gewerbegebiet nahe der niederländischen Grenze.

Die Ermittlungen begannen vor eineinhalb Jahren und konzentrierten sich auf einen Verdächtigen mit einer Vorgeschichte von Bestechung und Steuerhinterziehung. Der Mann, der bereits mit einem Abfallskandal in Zusammenhang mit einer BP-Raffinerie in Verbindung gebracht wurde, soll als "freier Berater" für ein Recyclingunternehmen in Soest tätig gewesen sein und dort Materialströme überwacht haben. Den Ermittlern zufolge nahm die Gruppe gefährlichen Abfall an, mischte ihn mit harmlosen Stoffen und etikettierte ihn um, um Kunden und Behörden zu täuschen.

Rund 23.000 Tonnen belasteter Erde wurden illegal auf einem Gelände in Selfkant nahe der niederländischen Grenze abgelagert. Eine ähnliche Menge soll in Kiesgruben in Kamp-Lintfort entsorgt worden sein. Auch der Tagebau Garzweiler könnte betroffen sein. Bei einer Razzia beschlagnahmten Beamte 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände aus dem Fahrzeug des Verdächtigen.

Dem Netzwerk sollen Entsorgungs-, Transport- und Baufirmen angehören. Unterdessen leitet die Stadt Gelsenkirchen rechtliche Schritte gegen Hersteller und Lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz ein, da das verantwortliche Entsorgungsunternehmen bisher nicht vollständig zur Rechenschaft gezogen wurde.

Die Ermittlungen dauern an, wobei die Behörden mehrere Unternehmen und Personen ins Visier nehmen. Der Fall zeigt das Ausmaß der illegalen Handhabung von Sondermüll in industriellem Maßstab. Bei einer Verurteilung drohen den Beteiligten schwere Strafen wegen Umweltbetrugs und organisierter Kriminalität.

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